Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Modultag 7 im DB 3 - THL 27.07.2014

Diepersdorf (DB 3) – Im Rahmen der Modulausbildung im Dienstbezirk 3 fanden im Juli zwei Ausbildungsveranstaltungen zur technischen Hilfeleistung statt.

Am Freitag, den 11. Juli waren die Teilnehmer der einzelnen Wehren aus dem DB 3 in das Feuerwehrgerätehaus nach Diepersdorf geladen. Ziel des ersten Moduls war es, einen Ablauf der technischen Hilfeleistung aus Sicht des Rettungsdienstes bzw. der Notärzte zu beleuchten. Dazu hatte Feuerwehrarzt Dr. Knud Braeske einen Vortrag vorbereitet. Insbesondere die Kommunikation zwischen den beiden Hilfsorganisationen stand im Vordergrund, so dass man die Begrifflichkeiten der „schonenden Rettung“, der „Sofortrettung“ und der „schnellen Rettung“ gleichermaßen zeitlich definiert. Auch klare Sprachregelungen an der Einsatzstelle, sowie die Ordnung des Raumes durch den Rettungsdienst und der Feuerwehr wurden angesprochen. Ein weiterer Teil des Unterrichts war die Beschreibung der Rolle des inneren Retters des Rettungsdienstes und wie diese Person auch zur Hilfe gezogen werden kann. Zum Abschluss des Vortrages wurde die Rettung von verletzten Personen aus verschiedenen Lagen angesprochen und wie die Feuerwehr und der Rettungsdienst hier Hand in Hand arbeiten können.

Der Abend klang dann mit praktischen Übungen aus. Die Feuerwehrkameraden hatten die Möglichkeit die Funktion der Rettungsboa auszuprobieren und die Fixierung auf dem Spineboard vorzunehmen.
Am darauffolgenden Samstag traf man sich dann zur praktischen Ausbildung erneut in Diepersdorf. Auf dem Schulparkplatz hatten die Organisatoren KBI Peter Schlerf und KBM Christian Falk vier Stationen mit je einem PKW aufgebaut.
Der Modultag begann um 08:00 Uhr mit einer theoretischen Einweisung in die Themen durch den Kameraden Markus Stelzer von der FF Feucht. Er ging auf die Grundlagen der technischen Rettung ein und erläuterte neben der Ordnung des Raumes auch das wichtige Zeitmanagement an der Einsatzstelle. Anhand von fotografischen Beispielen wurde aufgezeigt, wie die Ordnung des Raumes sein soll. Themen wie die persönliche Schutzausrüstung, Sichern der Einsatz- und Gefahrenstelle, Sicherstellen des Brandschutzes und die Erkundung gehörten zu dem Vortrag. Anand von Bildern wurden noch verschiedene Rettungsarten angesprochen.
Im Anschluss daran stellte Martin Winkler von der PSNV- E (psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte) noch deren Arbeit vor. Er ging auf die verschiedenen Arten von Stress ein. Dabei ging er auch auf die verschiedenen Gruppen von möglichen Betroffenen an der Einsatzstelle wie: Verletzte, unverletzte Beteiligte, Zeugen, Ersthelfer, Angehörige oder aber auch die Einsatzkräfte selbst ein. Wichtig ist aus dem Vortrag hervorzuheben, dass im Einsatz und auch nach dem Einsatz die Betroffenen anzusprechen sind und je nach Wahrnehmung auch die PSNV- E jederzeit zur Rate gezogen werden kann.
Die anwesenden knapp 75 Feuerwehrkameraden wurden dann auf die vier PKWs aufgeteilt. An den Stationen übernahmen dann jeweils die Feuerwehren aus Altdorf, Diepersdorf, Feucht und Schwarzenbruck die Ausbildung. Eingangs wurde durch Dr. Knud Braeske noch die Option aufgezeigt, wie man einen PKW in Seitenlage auf die Räder zurückdrehen könnte. Dies kann notwendig sein, falls der Notarzt das Hängetrauma des Patienten als gefährlicher beurteilt, als das Zurückdrehen. Für die Übung wurden alte, ausgemusterte Leiterteile genommen.
An den einzelnen Stationen wurden dann verschiedene Rettungstechniken geübt. Eingangs wurde zusammen mit den Teilnehmern zuerst ein Ablageplatz eingerichtet, der Brandschutz sichergestellt und die Erkundung gemeinsam vorgenommen. Ziel war es ja, allen Beteiligten einen tiefen Einblick zu geben. So konnte den anwesenden Einheiten des Rettungsdienstes ein tieferer Einblick in die Arbeit der Feuerwehr gegeben werden. Diese Erfahrung war sehr wertvoll und im Gegenzug hatte man auch die Gelegenheit, dass den Feuerwehrkameraden ein Einblick in die Arbeit des Rettungsdienstes, insbesondere des inneren Retters gegeben wurde.
Nachdem die praktische Grundlagenarbeit und die Ordnung des Raumes abgeschlossen war, konnten die verschiedenen Rettungsarten geübt werden:

Zuerst „PKW auf vier Rädern“: dabei wurde vom einfach Tunnel, über die Rettungsart der Fischdose alles geübt. Zur Rettung waren die Einheiten des BRK und ASB eingesetzt und unterstützten tatkräftig. So konnte beim Tunneln neben der klassischen Rettung über das Spineboard auch der Einsatz der Rettungsboa geübt werden.
Anschließend wurden die Fahrzeuge in die Seitenlage gebracht und die eingeklemmte Person (Dummy) aus der misslichen Lage befreit werden.
Da die Übungen mit viel Erläuterung durchgezogen und verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt wurden, zogen sich diese beiden Übungen bis zum Mittagessen. Beim Essen wurde rege über verschiedene Optionen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.
Danach ging es wieder auf die einzelnen Stationen und es wurde die Rettung eines Eingeklemmten aus einem „PKW auf Dach“ geübt. Auch hier kamen verschiedenste Optionen zur Veranschaulichung.

Sehr hilfreich war die Teilnahme des Rettungsdienstes, was die Zusammenarbeit intensiviert hat und auch das gegenseitige Verständnis weiter angehoben hat. Auch die Tipps von Notarzt Dr. Knud Braeske waren sehr hilfreich.
Der Modultag endete um 15:00 Uhr und alle waren sich einig, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg war. Kreisbrandinspektor Peter Schlerf stellte zum Abschluss fest, dass es erfreulich sei, wie intensiv der Tag war und alle Beteiligten, trotz der sommerlichen Temperaturen bei der Sache waren. Es wurden verschiedene Möglichkeiten der Rettung an den beiden Veranstaltungen aufgezeigt und nun können die einzelnen Wehren für sich entscheiden, was man hiervon benötigen kann und im Einsatzfalle benützt. Ein gelungener Erfahrungsaustausch eben!
Ein Dankeschön an die Ausbilder aus Altdorf, Diepersdorf, Feucht und Schwarzenbruck, im Speziellen an Dr. Knud Braeske, Markus Stelzer und Martin Winkler und den Einheiten des Rettungsdienstes des BRK aus Altdorf, Feucht, Hersbruck, und dem ASB aus Velden. Dem Abschleppunternehmen Hössl besten Dank für das Bringen und den Abtransport der vier Fahrzeuge.

Bericht und Fotos: KBM Falk


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