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Relais-Funkstelle auf Burg Hohenstein wieder auf "alter Höhe" 26.11.2000

NÜRNBERGER LAND - Die Relaisfunkstelle Hohenstein, die - neben der Relaisstelle Moritzberg - zur Funkversorgung und zur Sicherstellung der Alarmierungssicherheit der Feuerwehren im nördlichen Landkreis dient, sendet seit 11. November 2000 wieder vom ursprünglichen Standort aus.

Anfang März 2000 mussten die Relaisfunkstellen der Feuerwehr, Polizei und des Rettungsdienstes komplett abgebaut werden, da ein Teil der Außenmauer vom Palas der Burg Hohenstein auf der Südwestseite eingestürzt war. Es klaffte ein riesiges Loch von ca. 12 x 2 m im Fußboden zur abgestürzten Außenmauer und es bestand akute Einsturzgefahr.

Nach mehreren Beratungen mit den Burgverantwortlichen wurde uns eine Bleibe im Vorraum des Burgstübchens angeboten, das über der Burgkapelle im Torhaus liegt.

Wir bevorzugten dieses Angebot, da es der einfachere und vor allem der billigere Weg war als folgende Alternativen:

  • Kompletter Umzug nach Hartenstein in's Gerätehaus oder Schloß. (Gerätehaus nicht genügend hoch, Schloß nicht immer zugänglich).
  • Aufstellung eines Funk-Containers im Burghof mit Antennenmast. Kosten ca. 12 - 15.000 DM, anschließend Übernahme des Containers.

Es war allerdings klar, daß durch den niedrigeren Antennenstandort im Torhaus die Funkfeldstärke abnimmt und es im Pegnitztal zu Schwierigkeiten im Sprechfunk und bei der Auslösung von Funkmeldeempfängern kommen wird.

 

Burg Hohenstein im Nebel. Rechts unten das Torhaus, in dem die Relaisstelle während der Bauzeit notdürftig errichtet wurde.

Die provisorischen Antennenstandorte im Dach des Torhauses.

Im Sommer wurde dann im Zuge weiterer Sanierungsmaßnahmen auch das Torhaus mit einem Stahlrohrgerüst eingerüstet. Dies bedeutete für den Feuerwehrfunk eine weitere Abschirmung sowie Reflektionen bei der Abstrahlung der Funkwellen, da das Gerüst über das Dach hinausragte, unter dem sich unsere Antenne befand.

Vom Gerätehaus Hersbruck aus, das im Süden vom Hohenstein liegt, konnte die Relaisstelle teilweise nicht mehr aufgetastet werden. Ebenfalls große Probleme gab es nordöstlich vom Hohenstein in Velden, Neuhaus und Großmeinfeld. Daraufhin wurde nochmals die Antenne im Dach des Torhauses an eine andere Stelle versetzt, was jedoch auch ohne wesentliche Verbesserung blieb.

So musste bei den Burgverantwortlichen entsprechend Druck gemacht werden, daß ein baldiger Rückzug in den Palas unumgänglich sei. Dies wurde dann Mitte September zugebilligt, denn der offizielle Rück-Umzug sollte erst im Frühjahr 2001 erfolgen.

Ein Gespräch mit der beauftragten Elektroinstallations-Firma, die den gesamten Stromanschluß im Palas erneuern soll, brachte die Gewissheit, dass noch vor Wintereinbruch die Stromversorgung, die für eine Relaistelle unerlässlich ist, hergestellt wird. So machten wir Ende September eine "Inspektion" im Dachgeschoß des Palas (bei noch teilweise offenen Dach) und legten den neuen Antennenstandort fest.

Der "Aufstieg" zum Hohenstein -
bepackt mit Material und Werkzeug.

Am 4. November begann mit Unterstützung der Kameraden Michael Brunner, Florian Krüger und Bernd Haslinger - vollgepackt mit Werkzeug und Material nach dem Aufstieg über den Fels zur Burg (alle anderen Wege sind abgesperrt bzw. zugestellt) - der Neuaufbau der Relaisfunkstelle Hohenstein im total erneuertem Palas.

Eine Sperrtopfantenne (ca. 2 m hoch) wurde im Dachraum ganz oben auf einem kleinen Potest und eine weitere Dipolantenne (Reserve und für Messungen) montiert und ca. 40 m Antennenkabel guter Qualität vom Funkraum bis in den Dachraum im Schutzrohr bzw. Kabelkanal verlegt sowie hochwertige Antennenstecker angelötet.

Die neu montierte Sperrtopfantenne unter dem Dach des Palas.


Ausrichten und Montage der Richtantenne und Anlöten der Antennenstecker.

Die Montage von Doppelsteckdosen, Schaltern, Beleuchtung, DCF 77-Empfangsantenne und die Halterungen für einen 19"-Rahmen erfolgte in der "Funkstube".

Montieren der Halterung für das 19"-Rack, Befestigen der Kabelkanäle
und Installation der Stromversorgung


Am 19"-Rack wurden noch ein paar Änderungen vorgenommen sowie der Spannungswächter montiert.

Nach dem Anschluss aller Leitungen konnte die Relaisstelle an ihrem Platz gestellt und zum ersten mal in Betrieb genommen werden.

Nach dem Rücktransport des 19"-Rahmens mit Funkgerät, Netzteil, PLL-Einschub und DCF 77-Empfänger sowie der Installation der Notstromversorgung konnten wir am 11.11.2000, gegen 14.00 Uhr auf "Sendung" gehen.

Nach Einmessung der Antennen konnte mit Stolz festgestellt werden, daß gute Arbeit geleistet wurde und die Relais-Funkstelle Hohenstein wieder wie früher auf "alter Höhe" arbeiten kann.

Messen des Stehwellenverhältnisses der montierten Antennen sowie Überprüfen der Synchronisation zwischen Relaisstelle und der DCF77-Normalfrequenz.

Dies bestätigten auch diverse Messungen vom Standort Günthersbühl aus, denn von dort kann ich mit Richtantennen und einem Radiocommunications-Messplatz ähnliche Messwerte wie vor März 2000 feststellen.

Die anderen Organisationen Polizei und Rettungsleitstelle, werden ihre Relaisstellen Ende November zurückbauen lassen, jedoch nicht in Eigenleistung, sondern von Firmen.

Die "fertige" Relaistelle Hohenstein im 19"-Rack mit Bosch
FuG 8b-1, den Einschüben für DCF77-Empfänger, PLL und Stromversorgung sowie dem Frequenzzähler zur Kontrolle.

Nach Erledigung von noch einigen Restarbeiten wie ordentliche Erdung, offiziellem Stromanschluß und verschiedenen Messungen an den Antennen, Antennenspannung unserer Alarmierungsstelle und Nachalarmierungsstellen, dürfte bis Mitte Dez. 2000 (wenn kein Schnee fällt, da ansonsten kein Aufstieg mehr möglich ist), die "Aktion Relaisstelle Hohenstein" abgeschlossen sein. Insgesamt wurden für diese Aktion (Abbau der Relaisstelle, provisorischer Aufbau im Torhaus, Wartungs- und Kontrollarbeiten, Koordination zwischen Handwerkern, Architekt und Verschönerungsverein Hohenstein sowie Wiedererrichtung am neuen Standort) rund 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet.

 
Bericht: KBI Erwin Schneider, Kreisfernmeldemeister
Fotos:
KFV Online Team


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