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Modultag 14: Planspiele und FwDv 100 08.03.2016

Ober- / Unterferrieden (DB 3) – Im Rahmen des Modultags 14 wurde auf die taktische Befehlsgebung wert gelegt und die aktuelle gesetzliche Lage aufgefrischt. Der Modultag war in drei Veranstaltungen (2x Donnerstagabend und 1x Samstagvormittag) aufgeteilt und konnte somit ein breites Themenfeld abhandeln. Im ersten Modul wurden durch Kreisbrandmeister Christian Falk im Rahmen einer kurzen Präsentation die wesentlichen Themen aus dem Bayerischen Feuerwehrgesetz abgehandelt – dabei stand das Thema der Einsatzleitung im Vordergrund und rechtliche Möglichkeiten wie der Platzverweis und das Heranziehen von Personen und Sachen zur Unterstützung wurden erläutert. Anschließend gab es noch einen Exkurs in die FwDv 100 „Führen und Leitung im Einsatz“. Hier wurden die Arten der Einsatzleitung, Führungsstufen und die Führungsorganisation erläutert. Abgerundet wurde der theoretische Teil durch die Reflektion der „Gefahren der Einsatzstelle“ sowie dem „Taktikschema“.

 

 

Im Anschluss daran wurden die Anwesenden auf drei Planspielplatten aufgeteilt und die drei Übungsleiter Florian Bayer (FF Schwarzenbruck), Philipp Wolshöfer (FF Ezelsdorf) und Andreas Reinhardt (FF Oberferrieden) führten durch das Planspiel. Wichtig waren dabei die Erkundungsphase und die anschließende Übergabe der Einsatzstelle vom Gruppenführer an den Einsatzleiter / Zugführer. Als kleine Herausforderung hatte sich die Übungsleitung zusätzlich einen Wechsel des jeweiligen Einsatzleiters von der einen Platte zur anderen überlegt. Damit war besonders die Einweisung in die Lage sehr wichtig – es wurde sehr viel Wert auf die Weitergabe der bisherigen Erkundung gelegt.

 

 

Der zweite Abend begann ebenfalls mit einer kleinen Präsentation. So stellten die Kameraden Markus Gleißenberg und Florian Stahl von der Unterstützungsgruppe die Organisation der UG ÖEL vor und erläuterten die wichtigsten Dokumente wie die „Checkliste Lage“, Lagekarte, Einsatztagebuch und die Stärkemeldung. Im Anschluss daran ging es wieder an die Planspiele wo natürlich in dieser Übung sehr viel Wert auf das Führen der Dokumentation gelegt wurde. So wurde die „Checkliste Lage“ individuell ausgefüllt und jeder musste sich für eine Primärgefahr entscheiden. Bevor der Regelkreis weiter durchlaufen wurde und man zur Befehlsgebung kam, wurden die Erkenntnisse aus der Beurteilung gemeinsam reflektiert.

 

 

Der letzte Teil des Modultags 14 fand dann am Samstag, den 27.02.2016 statt. Die Ausbilder F. Bayer, A. Reinhardt, P. Wolshöfer und KBM Chr. Falk hatten sich drei verschiedene Szenarien überlegt und diese rund um das Gerätehaus Unter- / Oberferrieden aufgebaut. Im ersten Szenario war es zu einem Verkehrsunfall gekommen. Dabei war ein PKW zur Seite gekippt und ein weiterer PKW mit Anhänger stand daneben. In das Szenario waren viele Kleinigkeiten eingebaut, welche es zu erkennen galt. So war von einer eingeklemmten Person, über vermisste Personen und einer Gasleitung am Boden des Fahrzeuges, einem bissigen Hund im Anhänger bis hin zu einer austretenden Flüssigkeit alles dabei. Die Teilnehmer durchliefen in Gruppenarbeit die Erkundungsphase und füllten dabei die „Checkliste Lage“ aus. Nach der Festlegung der Primärgefahr wurde dann gemeinsam die Lage erkundet und durch den Ausbilder Philipp Wolshöfer an dieser Station erläutert. Dabei war die Reflektion auch noch mit zahlreichen Möglichkeiten der Informationsgewinnung angereichert. So wurde z. B. die Abfrage der Rettungskarten bei der ILS Nürnberg durch Nennung des KFZ- Kennzeichens aufgezeigt.

 

 

Die zweite Station war ein simulierter „Ölunfall klein“. Dabei war bei der Reparatur an einem LKW – dargestellt durch ein Fahrzeug der FF Schwarzenbruck – aus der Ölwanne Öl ausgetreten. Der LKW stand auf einer Rinne, welche in den Kanal führte. Die Erkundung der Lage ergab, dass der LKW noch Gefahrgut geladen hatte und sich noch eine Person unter dem LKW befand. Die Frachtpapiere wurden im Vorfeld mit einer Schwarzlichtpaste beschmiert – nachdem die Papiere durch mehrere Hände gegangen waren, wurden zum Ende der Übung die Hände der Teilnehmer mit Schwarzlicht beleuchtet und man konnte schön erkennen, wie sich ein Stoff im Laufe des Einsatzes schnell verbreiten kann. Florian Bayer zeigte noch geeignete Wege zur Identifizierung von Gefahrstoffen auf, so z. B. diverse Nachschlagewerke, Apps oder Spezialkräfte. Wie man mittels der Wärmebildkamera den Füllstand von Behältern erkunden kann, wurde ebenfalls noch gemeinsam getestet – natürlich nur bei geeigneten Behältern.

 

 

An der dritten Station galt es unter Leitung von Andreas Reinhardt einen Brand in einer Werkstatt zu erkunden. Dabei hatte man sich auch einige Besonderheiten einfallen lassen. Ein Verteilerkasten mit abisolierten Stromleitungen, eine Acetylen Flasche, mehrere kleine Gebinde von Putz- und Chemiemitteln, einen verrauchten Zielraum und eine verletzte sowie eine vermisste Person. In diesem Übungsszenario wurde auch viel Wert auf die Befragung des Bruders der vermissten Person wert gelegt, welche durch die Übungsleitung dargestellt wurde, um hier die notwendigen Informationen zu bekommen. Bevor es dann noch zu dem gemeinsamen Mittagessen ging bedankte sich Kreisbrandinspektor Peter Schlerf bei den Teilnehmern und den Ausbildern. Es zeigte sich in den drei Modulen, dass es sehr wichtig ist auf die Phasen des taktischen Schemas zu achten und gerade die drei gezeigten praktischen Bespiele haben bewiesen, wie wichtig die Phase der Erkundung und die daraus festzulegende Primärgefahr ist. Dabei darf nicht vergessen werden, den Regelkreis immer wieder zu durchlaufen. Ein großes Dankeschön an die Ausbilder, der FF Unter- / Oberferrieden für das zur Verfügung stellen der Unterkunft und dem leckeren Essen zum Abschluss des Modultags.


Bericht und Fotos: C. Falk, KBM DB3

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