Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

Zurück | Gesamtübersicht Berichte | Berichte 2016: Chronologisch Thematisch Einsatzberichte

 

Kommandanten des Dienstbezirks 2 trafen sich in Schnaittach - 10 Prozent mehr Alarmierungen 10.02.2016

SCHNAITTACH (DB2) – 40 Freiwillige und zwei Werkfeuerwehren umfasst der Dienstbezirk 2 des Landkreises Nürnberger Land, der von der Gemeinde Schwaig bis ins Oberland nach Simmelsdorf reicht und von Kreisbrandinspektor Fritz Holfelder aus Hedersdorf geführt wird. Einmal im Jahr treffen sich die Führungskräfte aller 42 Feuerwehren zur Kommandantenversammlung, die am 04. Februar 2016 – nach dem Aus der Neunkirchener Waldschänke – im Schnaittacher Badsaal stattfand.

Hausherr und erster Bürgermeister, Frank Pitterlein, freute sich die Kommandanten und ihre Stellvertreter erstmals in der Marktgemeinde begrüßen zu dürfen. Aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Einsatzleiter im Rettungsdienst, kann er nur von positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den heimischen Feuerwehrführungskräften berichten. Seit Jahren ein Stammgast auf der Kommandantentagung ist der stellvertretende Landrat Norbert Reh, der für den hervorragenden Dienst am Nächsten an 365 oder gar 366 Tagen im Jahr dankte.

Kreisbrandrat Norbert Thiel hatte eine Fülle von Informationen für die Leiter der Feuerwehren im Gepäck. Die Ehrung von gleich sechs Landkreiswehren mit dem „Feuerwehr-Oscar“, der höchsten Auszeichnung im deutschen Feuerwehrwesen, sei ein Beleg für den hervorragenden Ausbildungsstand der heimischen Brandschützer. Ein Erfolg, der nur durch das sehr gute Teamwork aller Beteiligten im Einsatz und im anschließenden Werben um Stimmen zustande kam und dabei sehr schön die Bandbreite der Freiwilligen Feuerwehren – mit Fahrzeugausstattungen vom Tragkraftspritzenfahrzeug bis hin zum Rüstwagen – repräsentiere. Staatsminister übermitteln ihre Glückwünsche und das „Feuerwehrteam“ verzeichnet erste neue Mitglieder in den Nachwuchs- und Einsatzabteilungen. Und noch in einer anderen Disziplin sind die Feuerwehren des Landkreises Nürnberger Land spitze: sie konnten im vergangenen Jahr bayernweit die zweitmeisten Übernachtungen im Erholungsheim in Bayerisch Gmain verbuchen.

Thiel berichtete weiter über zwei vom Landkreis beschaffte Trägerfahrzeuge für Abrollbehälter, die in Kürze den Feuerwehren Altdorf und Lauf übergeben werden und denen in den kommenden Jahren mehrere Beladungsmodule mit Spezialausrüstung folgen werden. Im Kreishaushalt 2016 ist unter anderem ein neues Fahrzeug für die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung vorgesehen. Weitere Themen des Kreisbrandrats waren ein besserer Versicherungsschutz für die Kinder- und Jugendabteilungen, die Anhebung der Altersgrenze im aktiven Dienst von bislang 63 auf 65 Jahre und Angebote des Landesfeuerwehrverbandes zum sicheren Führen von Einsatzfahrzeugen und in der Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger. Am 17. September wird die bayernweite Feuerwehraktionswoche durch Innenminister Joachim Herrmann in Hersbruck eröffnet werden und über das gesamte Wochenende zahlreiche bayerische Feuerwehrfunktionäre im Landkreis zu Gast sein.

Kreisfernmeldemeister Bernd Haslinger referierte zum Sachstand beim Digitalfunkausbau und stellte die wichtigsten Neuerungen des kommenden Endgeräteupdates vor. EDV-Fachberater Peter Kölbl berichtete, dass über die Software zur Einsatznachbearbeitung nun bald auch die Verrechnung durch die Kommunen durchgeführt werden kann, was zu einer erheblichen Vereinfachung beitragen sollte.

KBI Holfelder dankte allen Gastrednern und leitete über zum „familiären Teil“ der Veranstaltung. Mit 1184 Gesamteinsätzen war im vergangenen ein Anstieg um rund 10 Prozent zu verzeichnen – eine Zahl, die umso verwunderlicher ist, weil es 2015 nicht ein Unwetterereignis mit einer Vielzahl von Schadensstellen an einem einzigen Tag gegeben hatte. Rund zwei Drittel der Alarmierungen fallen in das Zeitfenster zwischen 06:00 und 18:00 Uhr und somit in die Kernarbeitszeit, weshalb Holfelder den Arbeitgebern ausdrücklich für die Freistellung ihrer Feuerwehrdienstleistenden dankte. Dem starken Anstieg von Einsätzen zu Türöffnungen wolle er mit einem neuen Schulungsangebot Rechnung tragen. Deutliche Kritik übte der Kreisbrandinspektor an der Lehrgangszuweisung durch die staatlichen Feuerwehrschulen. Hatten 2015 noch 33 Plätze für den Dienstbereich zur Verfügung gestanden, so sind es 2016 nur noch 18. Er hoffe, über eine Restplatzbörse im Internet wieder einige zusätzliche Lehrgänge ergattern zu können, was ihm im Vorjahr stolze 28 Mal gelungen war.

Holfelder räumte ein, dass die Umstellung auf die neue modulare Truppausbildung, also die Grundausbildung eines jeden Feuerwehrangehörigen, doch einige Schwierigkeiten im Dienstbezirk bereitet hat. Nach einigen Korrekturen sieht er das Projekt jetzt auf einem guten Weg und freut sich auf die ersten Lehrgangsabschlüsse 2016. Allen ausgeschiedenen, neu- und wiedergewählten Kommandanten dankte er für ihr großes Engagement in einer stets schwieriger werdenden Aufgabe. Da der Dokumentation im Feuerwehrdienst ein immer höherer Stellenwert zu kommt, gleiche das Ehrenamt immer mehr dem Führen einer kleinen Firma, so der Kreisbrandinspektor.

Erfreuliches konnte Rückersdorfs stellvertretender Kommandant Michael Lauerer seinen interessierten Amtskollegen berichten. Seine Wehr hatte im vergangenen Jahr neue Wege zur Mitgliederwerbung beschritten und mit neun Zugängen in die Jugendfeuerwehr und acht Quereinsteigern in die Einsatzmannschaft einen beachtlichen Erfolg erreicht. Kernelemente waren ein umfangreiches Informationsangebot für Jugendliche und Erwachsene, ein einheitliches Erscheinungsbild der Wehr mit eigenem Logo unter dem Motto „Freu(n)de beim Helfen“, sowie zielgerichtete Einladungen an interessierte Mitbürger. „Hochtechnische Schauübungen am Tag der offenen Tür, haben oftmals eine sehr abschreckende Wirkung auf mögliche Bewerber. Dabei sind die Grundtätigkeiten des Feuerwehrhobbys sehr schnell und einfach zu erlernen“ so Lauerers Botschaft. Über neue Mitglieder freuen sich übrigens alle 40 Freiwilligen Feuerwehren des Dienstbezirks, die Tore stehen interessierten Bürgern jederzeit offen – ein Anruf beim Kommandanten genügt.

Bericht und Fotos: DB 2

Zurück | Gesamtübersicht Berichte | Berichte 2016: Chronologisch Thematisch Einsatzberichte

Copyright © Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land