Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Brandschutzerziehung in Feuchter Kindertagesstätte 03.06.2010

FEUCHT - Ist Feuer gefährlich? Was tun, wenn´s brennt? Wie gefährlich ist Rauch? Wie kommt man in´s Freie, wenn der Weg in´s Freie verqualmt ist? Wie kommt man überhaupt am Besten in´s Freie? Wie schützt sich ein Feuerwehrmann vor Feuer und Rauch? Diese und mehr Fragen sollten in einer Übung mit theoretischen und praktischen Elementen mit den Kindern der Kita St. Jakob im Gemeindehaus beantwortet werden.

Im ersten Teil beschäftigten sich die Vorschul- und Mittelkinder zusammen mit Kreisbrandmeister Peter Kölbl mit der Frage, ob Feuer gefährlich sei. Das ursprünglich „ja” der Kinder änderte sich während der gemeinsamen Experimente schnell. Eine einfach Kerze, angezündet bei jeder Geburtstagsfeier in der Kita, ist harmlos. Mehrere Kerzen produzieren deutlich mehr Wärme, aber auch das ist erstmal nicht schlimm.

Aber wenn dann ein Blatt zusammengeknülltes Papier „zufällig” an die Kerzen „geblasen” wird ändert sich das sofort: Es fängt Feuer, die Flammen werden immer größer und die Situation würde eskalieren, wäre nicht ein mit Wasser gefüllter Feuerlöscher zur Hand gewesen. Die erste Erkenntnis war also: Feuer ist nicht gefährlich, solange man es nicht sich selbst überlässt.

Das nächste Thema war der Brandrauch. Die Kinder erfuhren, dass der Rauch sehr gefährlich ist und dass Einatmen unbedingt vermieden werden muss. Einige Kinder hatten dann die Idee, einfach die Luft anzuhalten, wenn Sie auf der Flucht vor dem Feuer auf Qualm stoßen. Der Vorschlag wurde umgehend ausprobiert, mit dicken Backen saßen die Kinder im Kreis und mussten feststellen, wie schnell die Luft zu Ende ging. Die bessere Lösung stellt das Kriechen über dem Boden dar, das auch gleich geübt wurde. Und wenn garnichts mehr geht: Zurück in einen Raum mit sauberer Luft, Tür zu und am Fenster bemerkbar machen. Vor dem Verstecken in Schränken oder unter dem Bett wurden die Kinder eindringlich gewarnt.

Im zweiten Teil sollten alle Kinder in ihrer Gruppe lernen, wie sie schnell und sicher im Falle eines Feuers den Kindergarten verlassen können. Die Erzieherinnen haben ein Signal, bei dem die Kinder sofort das Spielen unterbrechen und zur Erzieherin laufen. Diese geben dann die weiteren Anweisungen, z.B. Jacken anzuziehen.

Wichtig war hier, dass die großen Kinder den kleinen helfen. Anschließend trafen sich die Kinder am Notausgang und stellten sich paarweise an. In der gleichen Zeit überprüfte eine Erzieherin, ob sich noch ein Kind in einem anderen Raum, z.B. der Toilette befand.

 

Dann gingen die Kinder geordnet ins Freie zum Sammelplatz, wo die Erzieherinnen die Vollzähligkeit der Kinder überprüften.

Zum dritten Teil gab es keine Vorankündigung. Die Kinder spielten in ihren Gruppen, als die Erzieherinnen plötzlich „Feueralarm” auslösten. Wie vorher geübt unterbrachen die Kinder sofort ihr Spiel, zogen sich ihre Jacken an und sammelten sich am Ausgang in Zweiergruppen. Während sie zu den Sammelplätzen gingen bog ein Feuerwehrauto unter der Leitung von Martin Winkler um die Ecke.

Als Belohnung für die tolle Leistung während des ganzen Vormittags durften die Kinder ins Feuerwehrauto klettern und mit einem S-Schlauch spritzen.

Die Vorschul- und Mittelkinder bekamen in der Zeit Gelegenheit, sich einen Atemschutzgeräteträger aus der Nähe anzuschauen. Sie erfuhren, was ein Feuerwehrmann alles zum Schutz vor Feuer und Rauch anziehen muss und durften ihn anschließend auch „anfassen” und anhören. Dieser Teil sollten den Kindern - sollten sie im Ernstfall einmal mit einem Atemschutzgeräteträger zu tun haben - keine Angst davor haben, sondern ihn wiedererkennen.

Alles in allem war die Veranstaltung, an der auch etliche in der Feuerwehr tätige Väter von Kindergartenkindern teilnahmen, für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Aber es hat sich auch gezeigt, dass eine regelmäßige Wiederholung dieser Unterweisung von Nöten ist. Sowohl für die Kinder als auch für die Erzieherinnen. Daher wird es sicher im Herbst nach dem wieder-Einzug im Nerrether Weg eine Neuauflage geben.

Bericht und Fotos: KBM Peter Kölbl

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