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Weiterbildung "Moderne Fahrzeugtechnik - Rettung aus PKW" im DB1 27.04.2010

REICHENSCHWAND – Um im Dienstberzirk1 die Feuerwehren mit Hilfeleistungssätzen auf die moderne Fahrzeugtechnik fortzubilden, fand ein viertägiger Pilot-Lehrgang in Reichenschwand statt. Theorieabende klärten über Aufbau und Materialien von Neufahrzeugen sowie die daraus resultierenden Rettungstechniken auf. In der Praxis konnte dieses Hintergrundwissen dann an einem Mercedes ML angewendet. Ein weiterer Praxisteil zeigte verschiedene Vorgehensweisen bei Sonderlagen wie Dach- und Seitenlage oder einer kompletten Seitenentfernung nach Seitenaufprall.

Kreisbrandinspektor Holger Herrmann gab bereits an der Kommandantenversammlung des DB1die Termine für bevorstehende Lehrgänge bekannt, so auch die Fortbildung. Seit dem sind auf der Homepage des KFV-Nürnberger Land unter >Feuerwehren, Dienstbezirk1, Lehrgänge Dienstbezirk1 , alle Lehrgangstermine online abzurufen.

Erwartungsgemäß war die Anfrage größer als die maximale Teilnehmeranzahl zuließ. Schon jetzt steht aber fest, dass Aufgrund der positiven Resonanz der Teilnehmer weitere Fortbildungen angeboten werden. Letztlich waren am ersten Theorieabend 18 Teilnehmer entsandt von der FF Alfeld, FF Altensittenbach, FF Hartmannshof, FF Hersbruck, FF Neuhaus, FF Offenhausen, FF Reichenschwand und dem THW Lauf wissenshungrig ins Reichenschwander Gerätehaus gekommen. KBI Herrmann begrüßte die Kameraden stellte dabei den Hintergrund der notwendigen Maßnahme dar und übergab an Lehrgangsleiter Markus Horwath sowie den Ausbildern Kay Marienfeld und Christian Puppa.

Nach den üblichen schriftlichen Prozedere erläuterte Markus Horwath im ersten Theorieblock dann dem Lehrgang anhand einer teilweise mit Filmen hinterlegten Powerpointpräsentation wie wichtig es ist auf ein fundiertes Hintergrundwissen bei Verkehrsunfällen mit modernen Fahrzeugen zurück greifen zu können.

Aufgrund der Bauweise verschiedener Chassis, ist schon beim Unterbauen wichtig zu Wissen, wo dieser zu setzen ist um später die geeigneten Maßnahmen durchführen zu können. Hochfeste Stähle, Profile, Hybridverbundstoffe, Legierungen und Kunststoffe werden inzwischen nicht nur beim Seitenaufprallschutz sondern eben auch dort verwendet wo man sonst standartmäßig mit Schere und Spreizer gearbeitet hat. Hier einmal falsch angesetzt wird man mit Sicherheit an die Leistungsgrenzen der Rettungsgeräte stoßen. Nach den Informationen welche Materialien inzwischen eingesetzt werden erläuterte er mit Bildern untermalt, z.B. Maßnahmen wie das Freilegen und Schneiden des hinter dem Kotflügel befindlichen Längsträgers oder den Verstrebungen unterm dem vorderen Teil der Mittelkonsole. Crashversuchsfilme verdeutlichten die Wirkungsweise solcher Maßnahmen der Fahrzeughersteller.

Am darauffolgenden Tag folgte die theoretische Darstellung der Maßnahmen, um das am Vortag erlernte Wissen mit hydraulischem Rettungsgerät umsetzten zu können. Anschließend fand die Einweisung in den dankenswerterweise von der Firma Lukas zur Verfügung gestellten Rettungssatz, den Kantenschutzsatz, dem Abstützset und der Patientenschutzfolie, sowie in den Rettungssatz und die Gerätschaften der FF Reichenschwand statt.

Am dritten Lehrgangsabend ging es dann endlich in die Praxis. Unter Nutzung verschiedener Kontakte gelang es von Mercedes Benz einen Mercedes ML für die Ausbildung zu bekommen. Dankenswerterweise stellte das Autohaus Mercedes –Scharrer kostenlos Ihren Autotransporter für die Abholung zur Verfügung.

An diesem Abend wurde das erweiterte Wissen angefangen von Fahrzeugstabilisierung über Airbagscanning, Glasmanagement, V-Schnitttechnik bis hin zum Anheben des Querträgers eingeübt.

Das Fahrzeug war am Übungsende nur noch schwerlich als solches zu erkennen.

Der vierte und letzte Ausbildungsabschnitt sollte den Teilnehmern die Möglichkeit geben die vielfältigen Maßnahmen bei Sonderlagen kennen zu lernen bzw. praktisch durchzuführen.

Hierzu konnte die Firma Gruhn in Speikern gewonnen werden.

An drei zu Verfügung gestellten PKWs wurden sowohl die Seitenlage, die Dachlage wie auch eine Komplettentfernung einer Fahrzeugseite nach Seitenaufprall dargestellt. KBI Herrmann war von den hier gegeben Möglichkeiten begeistert.

Ziel, wie übrigens im Gesamten Lehrgang, war es auch in Speikern den Teilnehmern verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen und eine Plattform für Austausch und Praktiken zu bieten und nicht sture Vorgehensweisen einzubläuen.

Nach deftiger Verpflegung im Gerätehaus verabschiedete KBI Herrmann den Lehrgang und übergab die Zeugnisse mit der Bitte, erlerntes als Multiplikatoren weiter zu geben. Als besondere Zugabe erhielten alle Teilnehmer eine fahrzeugspezifische Rettungskarte mit dem druckfrischen Hinweisaufkleber.

An dieser Stelle möchten sich alle Beteiligten bei

  • Mercedes-Benz Stuttgart
  • Mercedes-Benz Scharrer
  • Firma Lukas Rettungsgeräte
  • Firma Autoverwertung Gruhn
  • FF Reichenschwand

für die beispielhafte Unterstützung bedanken.

Bericht und Fotos: FF Hersbruck

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