Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Vorführung und Abnahme der neuen Leistungsprüfung THL 20.04.2010

FEUCHT – Am 1. April 2010 trat die neue Richtlinie zur Leistungsprüfung „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ in Kraft. Um die damit verbundenen Änderungen vorzustellen, fand am 10.4.2010 in Feucht eine Vorführung der neuen Leistungsprüfung statt, zu der auch zahlreiche Kameraden aus dem Landkreis kamen. Tags darauf wurde bereits die erste Abnahme im Landkreis nach der neuen Richtlinie durchgeführt, bei der 2 Gruppen, bestehend aus Kameraden der Feuerwehr Feucht und Schiedsrichter aus dem Dienstbezirk 3, die Leistungsprüfung erfolgreich absolvierten.

Bei der Überarbeitung der Richtlinien zur Leistungsprüfung „Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ wurde großer Wert darauf gelegt, dass sich sowohl die Arbeitsweisen und Erfahrungen aus der täglichen Praxis sowie auch die technischen Veränderungen aus den letzten Jahren wiederfinden.

An der Einsatzstelle eingetroffen, bleibt die Mannschaft zunächst im Fahrzeug sitzen, während der Gruppenführer die Ersterkundung durchführt. Mit dem Kommando „Absitzen“ stellt sich die Mannschaft vor dem Fahrzeug auf, ab hier läuft die Zeit für den Aufbau.

Zu Beginn des Aufbaus meldet der Gruppenführen den Schiedsrichter (hier bei der Vorführung ein Feuerwehrmann) "Einsatzstelle an", anschließend gibt er seiner Mannschaft das Kommando "Absitzen". Ab hier läuft die Zeit.
Die Mannschaft tritt vor dem Fahrzeug an und bekommt den Einsatzbefehl.

Sofern es die Fahrzeugtechnik erlaubt, ist es nun möglich, dass Stromerzeuger und Hydraulikpumpe vom Fahrzeug aus betrieben werden können und auch der Fahrzeuglichtmast anstelle einer separat aufzubauenden Beleuchtung der Einsatzstelle verwendet werden kann. Für diese „Aufbau B“ genannte Variante steht als Höchstzeit 240 Sekunden zur Verfügung. Steht kein Lichtmast zur Verfügung, so dass die Beleuchtung nach herkömmlicher Art mittels Stativ aufgebaut werden muss, oder müssen Motorpumpe oder Hydraulikaggregat zum Betrieb aus dem Fahrzeug entnommen werden, wird die Leistungsprüfung nach „Aufbau A“ durchgeführt. Die Höchstzeit beträgt hier 300 Sekunden. Die bisher bekannte Mindestzeit, die bei einer Unterschreitung mögliche Fehlerpunkte verdoppelt hat, entfällt mit der neuen Richtlinie.

Was bei vielen Feuerwehren schon jahrelange Praxis ist, wird nun auch in der Leistungsprüfung umgesetzt: Alle Geräte, die üblicherweise beim THL-Einsatz benötigt werden, werden aus dem Fahrzeug entnommen und auf einer Geräteablage (Plastikplane) in der Nähe des Unfallfahrzeugs abgelegt. Der Angriffstrupp wird hierbei vom Schlauchtrupp unterstützt. Eine weitere Änderung: Bevor der Angriffstrupp mit Spreizer und Schneidgerät vorgehen kann, bekommt er zunächst den Befehl, das Unfallfahrzeug an A- und B-Säule sicher zu unterbauen. Der Melder übernimmt während des gesamten Ablaufs die Betreuung der eingeklemmten Person.

Alle für die THL notwendigen Geräte werden von Angriffs- und Schlauchtrupp entnommen und auf der Geräteablage abgelegt. Der Wassertrupp sichert die Einsatzstelle.
Nach entsprechendem Befehl unterbaut der Angriffstrupp beidseitig das Unfallfahrzeug zur Sicherung der A- und B-Säule.
   
Der Melder betreut während des gesamten Ablaufs die eingeklemmte Person, vor dem Unterbauen von der Fahrzeugseite aus.
Nachdem das Fahrzeug unterbaut ist, steigt der Melder auf der Beifahrerseite in das Unfallfahrzeug und betreut die Person von dort. Zum Schutz bei Vornahme der Rettungsgeräte deckt er die verunfallte Person mit einer Krankenhausdecke bis zu Hals ab.
   
Wie auch bisher, sichert der Wassertrupp die Einsatzstelle mit Schnellangriff und Pulverlöscher gegen Brandgefahr.
Danach bekommt der Angriffstrupp seinen Einsatzbefehl zur Vornahme von Spreizer und Schneidgerät.
   
 
Bei der Variante nach "Aufbau B" bleiben Stromerzeuger und Hydraulikpumpe im Fahrzeug. Die Beleuchtung erfolgt über den Lichtmast am Fahrzeug.
 
   
Ist am Fahrzeug kein Lichtmast vorhanden, wird die Variante "Aufbau A" durchgeführt. Die Beleuchtung wird - wie seitdem auch - über ein Stativ aufgebaut. Die Höchstzeit beträgt 300 Sekunden.

Während des gesamten Aufbaus gibt der Gruppenführer verschiedene Rückmeldungen an den Schiedsrichter, womit die Kommunikation mit der Leitstelle abgebildet werden soll. Auch hier wurde also den Anforderungen aus der Praxis Rechnung getragen.

Auch bei den Zusatzaufgaben ergeben sich Änderungen: Teilnehmer der Stufe 2 bis 6 (außer Gruppenführer) müssen sich nun einer Truppaufgabe stellen. Per Los muss ein Trupp eine der folgenden Aufgaben bewerkstelligen:

  • Tauchmotorpumpe
  • Schaufeltrage/Krankentrage
  • Trennschleifmaschine
  • Motorkettensäge
  • Hydraulische Winde
  • Hebekissensysteme
  • Hydraulischer Rettungssatz
  • Mehrzweckzug
  • Flutlichtstrahler mit Stativ
  • Stabile Seitenlage

Der Trupp benennt dazu bei geschlossenen Geräteräumen die Lage der Geräte, die zur Vorführung der Truppaufgabe benötigt werden. Danach entnimmt er sie, zeigt deren Anwendung und nennt mindestens vier Punkte, die das vorzuführende Gerät betreffen (z.B. Einsatzzweck, Anwendungs- und Sicherheitshinweise). Der Gruppenführer bekommt bei Stufe 6 ein Einsatzbild gezeigt und muss anhand einer Gefahrenmatrix die Lage bewerten.

Vorführung der Truppaufgabe, hier beispielhaft Motorsäge und Schaufeltrage

Der genaue Ablauf sowie weitere, kleinere Änderungen, können der Richtlinie entnommen werden, die auch im Downloadbereich der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg erhältlich sind. Bei Fragen stehen die bekannten Schiedsrichter gerne zur Verfügung.

 

Zwei Gruppen der FF Feucht und Schiedsrichter des DB3 legten die neue Leistungprüfung THL ab

FEUCHT - Am 11. April 2010 legten die Kameraden der FF Feucht, die sich auf die Vorführung der Leistungsprüfung „THL“ nach den neuen Richtlinien vorbereitet hatten, sogleich auch die erste Leistungsprüfung dieser Art im Landkreis Nürnberger Land ab. Ergänzt wurden die beiden Gruppen von Schiedsrichtern aus dem Dienstbezirk 3, die auf diese Weise auch üben konnten, was sie später einmal bewerten müssen.

Unter den Augen der Schiedsrichter KBM Thomas Pöllot, KBI Peter Schlerf und Kommandant Karl-Heinz Mahringer zeigten beide Gruppen eine ansprechende Leistung und bewiesen, dass auch die „neue“ Leistungsprüfung THL trotz der Änderungen innerhalb der Höchstzeit mit sehr gutem Ergebnis erfüllt werden kann.

Nach der Übergabe der Leistungsabzeichen gratulierte Feuchts Kommandant Alfred Hausmann den Teilnehmern zur bestandenen Leistungsprüfung. Auch er stellte lobend fest, dass die neue Leistungsprüfung nach der Überarbeitung der Richtlinien sehr praxisnah ausgefallen sei. Anschließend lud er alle Teilnehmer zu einem kleinen Imbiss ein.

Die Teilnehmer der Leistungsprüfung:

Stufe HL2: Martin Winkler
Stufe HL3: Alexandra Gail, Christian Fuchs, Robert Schütt, Markus Holzammer
Stufe HL4: Volker Doll, Bernd Haslinger
Stufe HL5: Günther Schaudig
Stufe HL6: Markus Stelzer, Andreas Lorenz, Raphael Schmidt

Bericht: KFV-Online
Fotos: FF Feucht

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