Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Festkommers bildete Festauftakt

05.04.2010

NEUNKIRCHEN (DB2) - Am 27.03.2010 feierte die Feuerwehr Neunkirchen am Sand ihren Festkommers anlässlich des 125-jährigen Bestehens und leutete somit die Festlichkeit ein.

Vorstand Michael Kothe konnte in der Aula der Grundschule Neunkirchen zahlreiche Gäste begrüßen. Neben Bürgermeister Kurt Sägmüller und Landrat Armin Kroder konnte er auch die Fraktionssprecher des Gemeinderates Neunkirchen begrüßen. Von Seiten der Feuerwehren waren KBI Joachim Geißler und die Kreisbrandmeister Pinzer, Keim und Schlicht, sowie Vertreter der umliegenden Wehren erschienen. Auch Vertreter der örtlichen Wirtschaft, der örtlichen Vereine und fördernde Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, ihre Verbundenheit mit der Neunkirchener Wehr zu zeigen. Ebenfalls anwesend war Ehrenkommandant Oskar Binner der maßgeblich an der Gestaltung der festschrift beteiligt war.

Zu Beginn seiner Rede ging Kothe auf den Begriff "Festkommers" ein. Bis in das 18. Jahrhundert hinein stand Festkommers für das „zwanglose abendliche Trinken, Essen und Rauchen der Studenten im Kreise ihrer Freunde in öffentlichen Lokalen".

Kothe bedankte sich auch bei allen Helfern, die bei der Organisation und Umsetzung des Festkommers geholfen haben.


Anschließend trat der 1. Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen am Sand und Schirmherr des Jubiläumsfestes Kurt Sägmüller an das Rednerpult. Sägmüller gratulierte der Neunkirchener Wher auch im Namen des Gemeinderates, der Gemeindeverwaltung und der Bevölkerung. Sägmüller ging in seiner Rede auf die Frage ein, wie das Gemeindeleben wohl ohne die Freiwilligen Feuerwehren aussehen würde. Umsomehr ärgere es Sägmüller mit welcher Selbstverständlichkeit die Arbeit der Feuerwehren wahrgenommen werde. Die Feuerwehren decken mit ihrem modernen Gerät ein vielseitiges Einsatzspektrum ab und alle aktiven Kameraden haben Spaß daran, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. 125 Jahre sind Grund für ein großes Fest und Sägmüller freute sich hier Schirmherr sein zu dürfen. Sägmüller ging ebenfalls darauf ein, dass die Feuerwehren der Gemeinde Neunkirchen auch weiterhin unterstützt werden, was u.a. der kürzliche Beschluss über die Anschaffung eines neuen LF10/6 für die Feuerwehr Neunkirchen zeige. Das eigentliche Problem der Wehren werde laut Sägmüller jedoch nicht das Geld der Kommunen sein, sondern das Personal. Hier werden sich die Wehren der Herausforderung stellen müssen die "Krise des Ehrenamtes" zu überwinden. Die Eigeninitiative der Wehren ist unverzichtbar. Sägmüller wünschte zum Abschluss seiner Rede der Feuerwehr Neunkirchen alles Gute und einen guten Festverlauf und übergab im Namen der Gemeinde eine kleine Geldspende zur Restaurierung des alten Faun-TLF.



Landrat Armin Kroder begann seine Rede mit dem Fragespiel der Wirtschaftlichkeit von Freiwilligen Feuerwehren im Vergleich zu Berufsfeuerwehren. Kroder erläuterte, dass die Kosten pro Einwohner und Jahr bei Freiwilligen Feuerwehren gerade 1/5 im Vergleich zu Berufsfeuerwehren betragen. Dies zeige die enorme Effektivität der Freiwilligen Feuerwehren. Auch Landrat Kroder war der Einladung gerne gefolgt. Er überbrachte die Glückwünsche des Kreistags, der Kreisverwaltung und von sich selbst als Bürger der Gemeinde Neunkirchen. Kroder erläuterte, dass obwohl die Feuerwehr Neunkirchen im Jahr 1885 offiziell gegründet wurde, die Wehr bereits im Jahr 1869 erwähnt wurde, wo Kräfte der Gemeinde bei einem Großbrand in Lauf ausgeholfen hatten. Kroder dankte den zu Ehrenden und hob die enorme Bedeutung der Feuerwehren in der Gesellschaft, im Brandschutz, in der Technischen Hilfeleistung und im Katastrophenschutz hervor. Laut Kroder leistet jeder 40. Bürger im Landkreis Nürnberger Land aktiven Feuerwehrdienst. Die Feuerwehren sorgen für die Sicherheit der Bevölkerung und besitzen das Alleinstellungsmerkmal der enormen Personalstärke mit guter Ausrüstung und Ausbildung. Zu den immer wieder aufkeimenden Strukturdebatten stellte Kroder klar, dass seiner Meinung nach die kleinen Strukturen der Feuerwehren enorm wichtig sind und dieses effektive und schnelle Helfen erst möglich machen. Kroder wünschte der Neunkirchener Wehr alles Gute für die Zukunft und das bevorstehende Fest und wünscht sich weiterhin den Werteerhalt der Feuerwehren. Auch er übergab zur Restaurierung des Faun-TLF ein Kuvert.

Für die Kreisbrandinspektion trat Kreisbrandinspektor Joachim Geißler an das Rednerpult. Geißler ging darauf ein, dass der Grundgedanke des Schützens heute noch genauso aktuell sei wie vor 125 Jahren. Die Anforderungen und das Gerät haben sich jedoch entscheidend verändert. Die Zukunft und die Einsatzbereitschaft sei laut Geißler mit der Anschaffung des neuen LF10/6 gesichert. Er dankte allen Neunkirchener Kameraden, die die letzten 125 Jahre der Wehr geprägt haben und sprach auch den Familien der Feuerwehrdienstleistenden seinen Dank aus.

Für die anwesenden Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben BOS trat Jürgen Thoma, Vorstand der Rollhofer Wehr, an das Rednerpult. Er gratulierte den Neunkirchener Kameraden und überbrachte die besten Glückwünsche. Er dankte im Namen aller anwesenden BOS für die gute Zusammenarbeit und wünschte der Neunkirchener Wehr für die Zukunft alles Gute. Auch er übergab eine kleine Spende.

Für die Patenwehr aus Diepoltsdorf traten Vorstand Jochen Gribl und Kommandant Günter Haas nach vorne. Gribl erinnerte an die Anfänge der Patenschaft im Jahre 1977 und an einige gemeinsame Erlebnisse. Die Neunkirchener Kameraden standen und stehen laut Gribl immer mit Rat und Tat zur Seite und die Kameraden der Diepoltsdorfer Wehr wünschen sich für die Zukunft, dass sich die freundschaftlichen Bande weiter verstärken. Er dankte der Neunkirchener Wehr für die Hilfe beim eigenen Fest vor sechs Jahren und bot den der Neunkirchener Wehr die tatkräftige Hilfe aus Diepoltsdorf an. Als Erinnerung übergaben die Diepoltsdorfer Kameraden ein Gastgeschenk in Form eines Gemäldes des Diepoltsdorfer Gerätehauses und eine Geldspende zur Restaurierung des Faun-TLF.

Für die Patenwehr aus Herzogenaurach trat Vorstand Franz Hagen an das Rednerpult. Auch Hagen gratulierte der Jubelwehr und ging auf Ereignisse der bereits seit 50 Jahren bestehenden Patenschaft ein. Er übergab den Neunkirchener Kameraden ebenfalls eine kleine Geldspende und bot den Spielmannszug der Herzogenauracher Wehr für das Fest an, welcher selbstverständlich kostenlos spielen wird. Als kleines Geschenk überreichten Vorstand Kothe und Kommandant Bonkat ein Gruppenbild der Jubelwehr an die Patenwehr aus Herzogenaurach.


Kommandant Wolfgang Bonkat und sein Stellvertreter Rudolf Höpfner gaben den Anwesenden mit einer kleinen Präsentation einen Blick in die 125-jährige Geschichte der Neunkirchener Wehr. Nachdem sich bereits in anderen umliegenden Gemeinden freiwillige Feuerwehren gründeten, taten sich am 30. August 1885 27 Männer zusammen und gründeten unter der Vorstandschaft des Fabrikbesitzers Xaver Wohlgschaft und des 1. Kommandanten, seines Zeichens Drechsler, Karl Irlbeck, die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen. Im Jahr 1904 wurde eine neue Saug- und Druckpumpe erstanden, die während des zweiten Weltkrieg immernoch im Einsatz war. Umso mehr war man froh, dass man in den Wirren nach der Kapitulation eine Tragkraftspritze samt Handkarren aus Wehrmachtsbeständen abzweigen konnte. Jetzt war man im Jahr 1945 endlich einigermaßen modern ausgestattet. 1952 ging der Wunsch eines Fahrzeuges endlich in Erfüllung, und so konnte von der FF Kipfenberg ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug Marke OPEL erworben werden. Lange hatten die Kameraden aber nicht Freude an dem Auto, denn schon im Jahr 1954 entzog das Landratsamt wegen umfangreicher Mängel wieder die Zulassung. Am 12. Juni 1954 war es endlich soweit. Die FF Neunkirchen erhielt ihr erstes neues LF8 Marke Ford. Es hatte schon eine Vorbaupumpe und konnte die TS8 aufnehmen. Endlich waren wir am neuesten Stand der Technik. Nachdem sich der Ort Neunkirchen immer mehr vergrößerte und teilweise 3-4 stöckige Häuser gebaut wurden, kaufte die Gemeinde 1963 eine Anhängeleiter AL12,die auch immer noch in Betrieb ist. Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen zur Übung angetreten, hieß es im Jahr 1963. Angetreten wurde immer noch vor dem alten Gerätehaus am Rollhofer Weg. Dieses wurde wegen der immer größer werdenden Ausrüstung bald zu klein, so dass 1966 an der Speikerner Str. ein neues Gerätehaus mit Wohnungen gebaut wurde. Da Neunkirchen immer mehr zu einem Industriestandort heranwuchs, wurde der Wunsch nach einem Tanklöschfahrzeug immer lauter. Und so trug der damalige Bürgermeister
Brandmüller dem Chef der FAUN-Werke diesen Wunsch vor, der dann auch in die Tat umgesetzt wurde. So konnte die FF Neunkirchen am 19. Oktober 1968 das neue Fahrzeug in den Dienst übernehmen. Es handelte sich dabei um einen Prototyp eines TLF16/24 mit FAUN-Fahrgestell und Magirus Aufbau, ein Fahrzeug, das einmalig auf der Welt war und bleiben sollte, denn es wurde kein weiteres dieses Typs gebaut. 1974 wurde in Neunkirchen die erste Jugendgruppe der Gemeinde Neunkirchen gegründet. Roland Goldhammer und Horst Scharrer versuchten mit Erfolg, junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern und damit den Grundstein für ein Fortbestehen der Feuerwehren in der Gemeinde zu legen. 1974 wurde das im Jahr 1955 angeschaffte LF8 durch ein neues LF8 ersetzt, welches bis heute seinen Dienst tut und jetzt wiederum durch ein neues ersetzt werden soll. 1998 löste ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF16/12, bestückt mit einem Rettungssatz, mit Hebekissen, mit einem Sprungretter und sonstigem Gerät zur technischen Hilfeleistung, das in die Jahre gekommene FAUN-TLF ab. Dies sind nur einige wenige Meilensteine in der Geschichte der Neunkirchener Wehr.

Im Anschluss an den Rückblick standen die Ehrungen von langjährigen aktiven Kameraden und fördernden Mitgliedern auf dem Programm. Die Kameraden Waldemar Brandmüller und Peter Vetter wurden von Vorstand Michael Kothe für 50-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt. Vorstand Kothe ging kurz auf den Werdgang der beiden Jubilare ein, die auch langjährig aktiven Dienst leisteten. Für langjährigen aktiven Dienst wurden zwei Kameraden von Kommandant Bonkat geehrt. Jana Hofmann wurde in Abwesenheit für 10 Jahre geehrt, Dr. Torsten Brandmüller für 20 Jahre. Auch staatliche Ehrungen für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden vergeben. Marco Neumann und Michael Päge wurden von Landrat Armin Kroder und Kreisbrandinspektor Joachim Geißler für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber geehrt.

 
     
   

Im Anschluss an die Ehrungen überbrachten die Wehren aus Kersbach und Speikern noch ihre Grußworte und Gastgeschenke. Auch Pfarrer Hauenstein ließ es sich nicht nehmen seine Glückwünsche zu überbringen und seine Erfahrungen mit der Neunkirchener Wehr zum Besten zu geben.

 
     
   

Nach weiteren Grußworten konnte Vorstand Michael Kothe den offiziellen Teil der Veranstaltung beenden und lud die Gäste zum gemütlichen Beisammensein ein. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte der Musikverein Lauf.


Bericht und Fotos: KFV-Online

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