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FF Neunkirchen bei der Safety-Tour 2010

21.02.2010



NEUNKIRCHEN (DB2)- Mehrere Kameraden der Feuerwehr Neunkirchen am Sand nahmen an der Safety-Tour 2010 in Volkach teil, Thema war die patientenorientierte Rettung.

Leitender Ausbilder Frank Gerhards und sein umfangreiches  Ausbilderteam der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach sowie der Firma S-Gard und Weber-Hydraulik begrüßte die Teilnehmer und stellte kurz das Programm für den Tagesablauf vor.

Folgende Themen wurden durchgenommen:
Standard - Einsatz - Regeln
Neue Fahrzeugtechnologien
Präklinisches Traumamanagment
Fallballspiele in der Praxis

Begonnen wurde mit der Theorie "UVV" ! So wurden nicht nur die Schutzanzüge angesprochen, sonder auch die Zusatz Ausstattung, wie z. B. das tragen mehrerer Einmalhandschuhe übereinander (3 Paar), sollten mehrere Patienten versorgt werden müssen und es besteht ein höherer Eigenschutz. Sollte eine Glasscheibe zersägt werden müssen, sollte Einsatzkraft und Patient eine Staubmaske aufsetzen, da der Glasstaub der beim S ägen entsteht, gesundheitsgefährdend ist. Frank Gerhards empfielt auch zwei extra Paar Schutzhandschuhe für den THL-Einsatz und dem Brandeinsatz. Es besteht nicht nur eine höhere Griffigkeit, sonder auch die Reisfestigkeit und der hygienische Aspekt sei hier hervor zu heben.

Glasmanagment: Zusätzlich sollte eine Schutzbrille für jeden bereitgestellt werden, der unmittelbar im Gefahrenbereich aufhält, da Glassplitter bis zu 20 Meter weit fliegen können. So wurde von nun an die Vorgehensweise in das Fahrzeuginnere, die Ausnutzung der elktr. Antriebe (z.B.Fensteröffner), von den verschiedenen Methoden der Scheibenentfernung bis zu den verschiedensten Arten des Schneid- und Spreizvorganges durchgenommen. Auch die Einsatzstellenhygiene war ein Thema. So sollten Glasscherben nach dem entfernen der Scheiben zusammen gekehrt und entfernt werden, damit keine Rutschgefahr entsteht bzw. die evtl. später eingesetzten Hydraulikschläuche nicht beschädigt werden.

 
     
   

Auch die neuen Fahrzeugtechnologien von verstärkten Karosserien über neueste Sicherheitseinrichtungen bis zu den verschiedenen Einbauorten der Batterien wurden angesprochen. Es wurden auch die Unterschiede der in Bayern getragenen Schutzanzüge aufgezeigt (Tragekomfort, Reflektionsfläche, Reinigung etc.). So war der Vormittag sehr kurzweilig vergangen und nach der Mittagspause wurden in der Fahrzeughalle der FF Volkach drei verschiedene Fallbespiele abgearbeitet. Ein Fahrzeug war seitlich an die Wand geprallt, ein Fahrzeug lag auf der Seite und ein Fahrzeug lag auf dem Dach.

Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen aufgeteilt, jede bekam als erstes Thema: Erstzugang und Glasmanagment - Zeit 20 Minuten. Nach einer kurzen Geräteeinweisung wurden die zusätzlichen Schutzausrüstung verteilt (Schutzbrille, Staubmaske) und die Arbeit wurde selbstständig begonnen. Die Ordnung der Einsatzstelle sowie Erkundung wurde genauso trainiert, wie die Betreuung und Versorgung des Patienten. Hier wurde abgebrochen, jede Gruppe stellte ihren Ablauf vor und es wurde eine kurze Aussprache abgehalten. Die Gruppen wurden nun durch gewechselt und bekamen das 2. Thema: AIRBAG-Regel durchführen: Abstand halten, Innenraumerkundung, Rettungskräfte warnen, Batterien abklemmen, Abnehmen der Innenverkleidung, wo Kopfairbags nicht ausgelöst haben, Gefahr an den Airbagkomponentren. Anschließend Versorgungszugang zum Patienten herstellen Zeitvorgabe 20 Minuten.

 
     
 

Danach wurden wieder die Gruppe zu einer kurzen Manöverkritik an jede Station gerufen und anschließend das 3. Thema angegangen: Patientenrettung - der Deal sollte sein, nach 15 Minuten den Patienten befreit zu haben. Danach konnte jede Gruppe ihre Idee vorstellen: Im Fahrzeug auf der Beifahrerseite liegend wurde der Patient mittels einem B-Schlauch zusätzlich gestützt, da massive Einklemmung und Verletzung im Fußraum angenommen wurde. Am Fahrzeugboden wurde mit einem "Halligen-Tool" eine große Öffnung zum Fußraum aufgeschnitten. Zeitgleich konnte die Fahrertür entfernt und durch einen Entlastungsschnitt die Fahrzeugfront erst mit einem Hydraulikzylinder, dann zusätzlich mit einem großen Spreizer 20cm nach vorne gedrückt werden. 

Bei dem Fahrzeug an der Wand wurde eine schonende Rettung durch das Entfernen der kompletten Beifahrerseite - hintere Tür + B-Säule + Beifahrertür- durchgeführt. Hierfür wurden auch zusätzlich entlastungsschnitte im Dach und Schwellerbereich gesetzt, um das Fahrzeug mittels Hydraulikzylinder weiter zu öffnen bzw. den Fußraum zu vergrößern.

An dem Fahrzeug auf dem Dach liegend wurden Stützen angebracht, das Dach abgetrennt und anschließend das Fahrzeug mit Hydraulikzylinder angehoben und die Person nach hinten aus dem Fahrzeug befreit.

 
     
   

Und schon waren die 15 Minuten Zeitvorgabe vorbei. Nach einer abschließenden Manöverkritik, die allerdings nur positive Punkte zur Sprache gebracht hat, wurden den Teilnehmern ihre Teilnahmezertifikate übergeben und es bekam jeder eine DVD über die medizinische Rettung.
Mit vielem neuen Wissen und dem festen Entschluß an der nächsten Safety-Tour teilzunehmen konnten die Teilnehmer Bettina Wastl, Ulli Müller, Andreas Britting, Friedrich Kerschbaum, Dr. Torsten Brandmüller und Rudolf Höpfner den langen Heimweg antreten.

 

Zuletzt möchten sich die Teilnehmer bei FF Volkach für die Einladung und die Versorgung vor Ort recht herzlich bedanken. Der Dank gilt gleichermaßen Frank Gerhards und seinem Ausbilderteam, die mit viel Professionalität Ihr Fachwissen an die Teilnehmer weitergegeben haben.

Bericht: FF Neunkirchen
Fotos:
FF Volkach, FF Neunkirchen

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