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Eigener Eisrettungschlitten für die FF Happurg 14.02.2010

HAPPURG (DB1) - Für die Aktiven der Feurwehr Happurg war es ein schon lange gehegter Wunsch sich ein eigenes professionelles Eisrettungsgerät anzuschaffen. Gerade wegen den beiden Seen wurde immer wieder die Notwendigkeit eines solchen Rettungsgerätes diskutiert.

Aufgrund der dringend notwendigen Anschaffung eines neuen MZF konnte die Gemeindekasse aber nicht mehr zusätzlich beansprucht werden. Zusammen mit den Sponsoren von EON Wasserkraft, der Sparkasse Happurg, der Raiffeisenbank Happurg und der Unterstützung des Feuerwehrvereins konnte nun endlich das über 3.000 Euro teure Rettungsgerät angeschafft werden.

Zur Einweihung des neuen Eisrettungsgerätes waren am vergangenen Sonntag der Bürgermeister der Gemeinde Happurg H. Brückner, der Kreisbrandinspektor des DB1 H. Herrmann, EON Wasserkraft, vertreten durch den Leiter des Wasserkraftwerkes Happurg M. Meyer, die Sparkasse vertreten durch Direktor A. Pickel und den Leiter der Geschäftsstelle Happurg H. Trost sowie die Raiffeisenbank Happurg, vertreten durch den Leiter der Geschäftsstelle Happurg W. Tichatschke, eine Gruppe von Tauchern der DLRG Fürth unter der Leitung von W. Schüle, sowie die Gemeindefeuerwehren aus Förrenbach und Kainsbach geladen.

Kommandant T. Loos begrüßte die anwesenden Gäste und bedankte sich bei den Sponsoren für ihre großzügige Unterstützung ohne welche die Anschaffung des Rettungsgerätes nicht möglich gewesen wäre. Dieses moderne schnell aufblasbare Eisrettungsgerät hat durch seine verschiedenen Luftkammern auch in extrem brüchigen Eis eine hohe Stabilität und ermöglicht dem Retter eine sichere Positionierung an der Einsatzstelle.
Er dankte auch den Tauchern der DLRG Fürth für ihre Bereitschaft zusammen mit der Feuerwehr diese äußerst realistische Rettungsübung - wie auch in den vergangenen Jahren - durchzuführen. Gerade heute wäre eine Übung mit herkömmlichen Mitteln wie z.B. den Steckleiterteilen, nicht möglich gewesen. Der auf der Eisschicht noch liegende ca. 5 cm hohe Schneematsch würde ein schnelles Vorrücken mit Leiterteilen nahezu unmöglich machen, so der Kommandant.
Nach seiner Begrüßung hießen noch Bürgermeister Brückner und Kreisbrandinspektor Herrmann die anwesenden Gäste bei der Übung willkommen und sprachen einige Grußworte.

Der Bürgermeister dankte den Sponsoren für ihre Unterstützung und den Tauchern der
DLRG sowie den Feuerwehrlern der Gemeinde Happurg für ihre Übungsbereitschaft und lobte
ausdrücklich die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren und die Einbindung anderer Hilfsorganisationen.

Der Einsatzleiter der DLRG, Wolfgang Schüle erläuterte vor der Übung den anwesenden Feuerwehrlern kurz die Inbetriebnahme und Funtkionsweise des Rettungsgerätes. Er wies auch nochmals darauf hin, dass die eigene Sicherheit der Retter nicht vernachlässigt werden darf und erklärte die einzuhaltenden Eigensicherungsmaßnahmen.

 

Die noch geschlossene ca. 12 cm starke Eisdecke wurde nun an einer Stelle mit der Motorsäge geöffnet, um so einen der Taucher ins eiskalte Wasser zu bringen.

Danach begannen die Feuerwehrler gesichert mit Schwimmweste und Sicherungsleine mit der eigentlichen Übung. Auf dem Eisrettungschlitten liegend, bewegten sie sich zielsicher und schnell zu der im Eis eingerochenen Person, nahmen diese auf und wurden dann von den am Ufer befindlichen Kameraden mittels Sicherungsleinen zurückgezogen.

 
     
 
     
 
 

Das neue Rettungsgerät verbessert die Rettungsmöglichkeiten bei Eisunfällen entscheidend. Es ist schnell und universell einsetzbar und von den Kameraden sicher und einfach zu bedienen.

Alles in allem eine notwendige und vor allem sinnvolle Anschaffung für die Feuerwehr Happurg, so Kommandant Loos. Denn allem voran steht die schnelle Rettung einer im Eis eingebrochenen Person, da der zu Rettende bereits nach 6 -10 Minuten das Bewusstsein, aufgrund der starken Unterkühlung, verlieren kann.


Eigenschaften des Eisrettungsschlitten:
Der bfa-ERS besteht aus einem 3-Kammer-Schlauchsystem, dass mittels einer Druckluftflasche
mit Auslösekopf in kürzester Zeit einsatzbereit ist.
Der Transport zur Einsatzstelle erfolgt in einer Packtasche mit Schnellöffnungsmechanismus in der
das gesamte System mit Druckluftflasche sicher verpackt ist.
Die Schlauchkörper bestehen aus strapazierfähigen Neopren beschichteten oder unbeschichteten Polyester-gewebe.
Zum besseren Schutz der Luftkammern beim Gleiten über das Eis oder Eiskanten sind auf der Unterseite Gleitprofile aufgebracht.
Die einzelnen Schlauchkammern sind durch Rückschlagventile voeneinander getrennt und können mittels Bootsventilen auch manuel befüllt werden.
An der Längsseite bis zum Ausleger verlaufende Halteleinen ermöglichen einen leichten Transport
sowie zusätzliche Griffmö glichkeiten im Einsatz.
Anwendung:
Der Retter kann sich mit Hilfe des ERS 1 sowohl über Eis als auch über freies Wasser bewegen.
Dabei wird durch die Geometrie der Schäuche in Verbindung mit dem gabelförmigen Ausleger eine sichere Positionierung an der Einbruchstelle ermöglicht.
Durch Verbindung des bfa-ERS1 mittels einer Sicherungsleine kann die Bergung von Land aus unterstützt werden.
Zu Schutz des Geborgenen gegen Verletzungen beim ziehen über die Eiskante der Einbruchstelle ist innerhalb der gabelförmigen Ausleger eine Schürze eingesetzt.


Auf was sollte man achten:

- Auf Verbotsschilder und Warnungen in den Medien achten. Oft werden Eisflächen von den zuständigen Ordnungsbehörden freigegeben.
- Schätzen Sie vor Betreten der Eisfläche die Tragfähigkeit ab. Die Stärke der Eisdecke sollte mindestens 10cm betragen.
- Besondere Vorsicht ist geboten an Brückenpfeilern, Schilf und ähnlichen Objekten die das Eis durchbrechen.
- Lassen Sie Kinder eine Eisfläche nicht unbeaufsichtigt betreten.
- Tauwetter kann die Tragfähigkeit des Eises beeinträchtigen.
- Gehen Sie nie auf Eisflächen von fließenden Gewässern.

Im Fall der Fälle:

- Alarmieren Sie sofort die Rettungskräfte
- Nähern Sie sich dem Eingebrochenen liegend mit einer möglichst großen Auflagefläche
- VORSICHT! - An der Einbruchstelle ist auch für Sie das Eis brüchig.
- Reichen Sie eingebrochenen Personen Rettungsgegenstände oder andere Gegenstände um nicht selbst ins Wasser gezogen zu werden.

Bericht und Fotos: FF Happurg

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