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Heizöl verunreinigte Maasenbach 27.06.2008

HEUCHLING (DB2) - Überlaufendes Heizöl verunreinigte den Maasenbach in Heuchling. Am 22.06.2008 wurden deshalb die Feuerwehren Heuchling und Lauf alarmiert, mehrere Ölsperren mussten errichtet und Heizöl abgepumpt werden.

Nachdem ein Feuerwehrdienstleistender auf dem Nachhauseweg, am Sonntag gegen 1:30 Uhr starken Heizölgeruch im Bereich des Heuchlinger Kindergartens bemerkte, verständigte der Gruppenführer der FF Heuchling zunächst die Polizeiinspektion Lauf. Der erste Verdacht, der Ölgeruch könnte der unmittelbar benachbarten Transformatorstation entstammen, bestätigte sich nach deren Kontrolle durch einen Mitarbeiter der Städtischen Werke Lauf nicht. In der Folge richtete man das Augenmerk auf den Kindergarten selbst: Da sowohl an der Straßenseite, wie auch im Gartenbereich deutlicher Ölgeruch feststellbar war, ermittelte die Polizei einen Ansprechpartner des Kindergartens. Die Überprüfung der Heizungsanlage des Kindergartens ergab allerdings, dass diese bereits vor einiger Zeit von Öl- auf Gasfeuerung umgestellt worden war.

Bei einer genaueren Untersuchung des Bachlaufs des Maasenbachs, der gegenüber des Kindergartens aus einer ca. 150 m langen Verrohrung wieder an die Oberfläche tritt, stellte sich heraus, dass dieser erheblich nach Heizöl roch und mit einem deutlichen Ölfilm belegt war. Daraufhin entschied man sich um 2:28 Uhr Alarm für die FF Heuchling auszulösen um im Bachlauf eine Ölsperre zu errichten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren ledichlich ein Gruppenführer und der Kommandant anwesend. Die weitere Überprüfung des Baches im Bereich des Eintritts in die Verrohrung ergab keine Ölverschmutzung - so dass das Öl offensichtlich innerhalb der Betonröhre (ca. 70 cm Durchmesser) ins Wasser gelangt sein musste. Zusammen mit der ebenfalls anwesenden Polizeistreife und dem hinzu gerufenen Wasserwirtschaftsamt ging man anschließend daran die Öltanks der in Frage kommenden Anwesen zu überprüfen. Da dies um 2:30 Uhr Nachts geschah beschränkte man sich hier auf die "dringend Tatverdächtigen" Anwesen, die unmittelbar an den unterirdischen Bachlauf angrenzen. Auch hierbei konnten keine Austritte von Heizöl festgestellt werden: Alle inspizierten Tankräume waren absolut sauber und trocken.

 

In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt entschied man sich dazu den unterirdischen Teil des Bachlaufs durch Atemschutzgeräteträger nach eventuellen Zuläufen abzusuchen. Die mit Wathose und Helmlampe ausgestatteten und mit einer Rettungsleine gesicherten Atemschutzgeräteträger konnten dann aber nur ca. 80 % der Rohrleitung inspizieren, da ein kleiner Abschnitt durch weit in die Röhre hinein stehende Zulaufrohre blockiert wurde.
Gegen 7:30 entschied man sich die Bemühungen um die Ursachenforschung der Ölverschmutzung abzubrechen und auf den Sonntag Vormittag zu verschieben. Im Bachlauf brachte man, unterstützt von Kameraden der FF Lauf noch insgesamt 5 weitere Ölsperren ein, so dass eine weitere Verbreitung des Öls definitiv ausgeschlossen werden konnte.

 

Im Rahmen einer weiteren Befragung von Anwohnern wurde man schließlich gegen 11:15 fündig: Ein Heizöl-Erdtank (ca. 10 m von der Rohrleitung des Baches entfernt) war - vermutlich auf Grund einer technischen Störung - übergelaufen. Das ausgetretene Öl stand im Revisionsschacht des Tanks und konnte von dort nahezu ungehindert ins Erdreich sickern. Zusammen mit der nachalarmierten FF Lauf und dem hinzugekommenen Kreisbrandinspektor Norbert Thiel wurde das Öl im Revisionsschacht abgepumpt, der Öltank vom Überdruck entlastet und die gesamte Heizungsanlage samt Pumpsystem abgeschaltet. Im betroffenen Vorgarten wurden alle Pflanzen entfernt und das Erdreich mit einer Folie gegen das Eindringen von Regenwasser (weitere Einspülung des Heizöls in das Erdreich) abgedeckt.
Im Rahmen der weiteren Untersuchung der Belastung des Erdreichs soll unter anderem der Bachlauf mittels eines Kameraroboters inspiziert werden, so dass der genau Ort des Öleintritts lokalisiert und so u.U. gezielte Dekontaminationsmaßnahmen eingeleitet werden können. In wie weit belastetes Erdreich abgetragen werden muss ist noch nicht klar.


Eingesetzte Kräfte:
KBI Thiel
FF Heuchling 75/14/1, 75/42/1, 75/44/1
FF Lauf 70/11/1, 70/61/1, 70/81/1
Polizei
Wasserwirtschaftsamt


Fotos: FF Heuchling, FF Lauf
Bericht:
FF Heuchling

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