Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Kommandantenversammlung in Röthenbach 23.06.2005

NÜRNBERGER LAND - Am 16. Juni 2005 fand in der Stadthalle in Röthenbach / Pegnitz die diesjährige Frühjahrsversammlung der Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren und der Werkfeuerwehren des Landkreises Nürnberger Land statt.

Kreisbrandrat Bernd Pawelke eröffnete die Versammlung und begrüßte neben den Führungskräften der Feuerwehren und der Kreisbrandinspektion den Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Helmut Reich, den Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, Herrn Regierungsrat Kroder, sowie seine Mitarbeiter vom Sachgebiet 33 für Brand- und Katastrophenschutz, Herrn Regierungsamtsrat Hertlein und Frau Müller. Anschließend bat er die Anwesenden um ein Gedenken für die verstorbenen Kameraden.

Landrat Helmut Reich überbrachte die Grüße des Kreistages Nürnberger Land, der Mitarbeiter des Landratsamtes sowie der gesamten Landkreisbevölkerung. In seinem Grußwort brachte er seine Anerkennung für den ehrenamtlichen Dienst in den Feuerwehren zum Ausdruck und dankte allen Kommandanten und deren Feuerwehrkräften für die Einsatzbereitschaft im Wohle der Allgemeinheit und für die Zusammenarbeit, insbesondere mit den Mitarbeitern des Sachgebiets 33 am Landratsamt.

 

 

Bericht des Kreisbrandrates

Kreisbrandrat Bernd Pawelke begann seinen Bericht mit einigen Zahlen aus der Stärkemeldung des vergangenen Jahres. Insbesondere die Entwicklung der personellen Situation in den Freiwilligen Feuerwehren bereitet ihm Sorge, da auch im vergangenen Jahr die Zahl der aktiven Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis rückläufig war. Waren im Jahr 2003 noch 4040 Kameraden aktiv tätig, so waren es 2004 nur noch 4014 Kameraden im Aktiven Dienst, davon 204 Frauen. Es sei zwar sehr erfreulich, so der Kreisbrandrat, dass die Anzahl der Feuerwehranwärter im Jahr 2004 mit 815 Jugendlichen erneut erfreulich hoch sei, doch anscheinend reiche dieser Zuwachs nicht aus, um die Weggänge bei den aktiven Kameraden zu kompensieren. Er forderte die Kommandanten daher auf, an eine mittelfristige Personalplanung zu denken und verstärkt Frauen in den aktiven Dienst aufzunehmen.

Zum Thema Ausbildung berichtete der Kreisbrandrat, dass von den Führungskräften im Landkreis Nürnberger Land für dieses Jahr 240 Lehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen angefordert waren, 101 konnten zugeteilt werden. Aus dem LEGA-System konnten heuer bereits 14 Lehrgänge abgerufen werden. Pawelke erinnerte dabei nochmals, die Lehrgangsvoraussetzungen zu beachten.

Für das Verhaltenstraining im Brandfall war heuer drei Tage lang der Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes und der Bayerischen Versicherungskammer im Landkreis stationiert, dabei konnten 32 Kameraden geschult werden. Weitere 16 Personen werden im Juli in das Brandübungshaus der Feuerwehrschule Würzburg fahren, um dort an einer Heißausbildung teilzunehmen. Darüber hinaus stehen künftig Übungsmöglichkeiten in stationären Brandübungscontainer zur Verfügung. Der für unseren Bereich zuständige Übungscontainer ist bereits bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg aufgebaut und wird voraussichtlich nach den Sommerferien in Dienst gestellt. Um die für das Training anfallenden Unkosten decken zu können, müsse jedoch eine Teilnahmegebühr erhoben werden.

Zum Thema Beschaffungen und Neubauten von Gerätehäusern informierte Kreisbrandrat Pawelke die anwesenden Führungskräfte über die neue Zuwendungsrichtlinie des Freistaates Bayern, die im Dezember 2004 erlassen wurde. Eine Neuerung betrifft die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen, die jetzt durch Festbeträge je nach Fahrzeugart gefördert werden, unabhängig von den Gesamtkosten des Fahrzeuges. Der bis dahin vorgeschriebene Eigenanteil der Kommune von 25% der Kosten entfällt. Voraussetzung für die Förderung ist eine fachliche Stellungnahme des Kreisbrandrates, bei der auch die benachbarte Ausstattung zu berücksichtigen ist. Über den Antrag entscheidet dann die jeweilige Regierung. In diesem Zusammenhang berichtete Pawelke auch, dass die Fördersätze des Landkreises für Neubeschaffungen von Drehleitern, Rüstwägen und Schlauchwägen an die Höhe der staatlichen Zuschüsse angepasst werden.

Was den Neubau von Gerätehäusern angeht, so ist mit der neuen Förderrichtlinie nur noch die Anzahl der neu zu errichtenden Stellplätze für die Förderhöhe maßgebend. Schlauchpflegeanlagen werden nur noch bezuschusst, wenn sie gemeinsam für mehrere Feuerwehren betrieben werden. Bei Sanierungen wird keine Förderung mehr gewährt.

Bericht zu Leistungsprüfungen

In Vertretung für Oberschiedsrichter KBM Joachim Geißler berichtete KBM Günther Rösel von den Leistungsprüfungen im Jahr 2004. Er freute sich, dass mit 55 Abnahmen im vergangenen Jahr die Anzahl der Leistungsprüfungen im Landkreis wieder steigend ist. Die anfängliche Zurückhaltung einiger Feuerwehren nach Einführung der neuen Richtlinie für die Leistungsprüfung FwDV4 im Jahr 2000 sei nun scheinbar aufgehoben, so Rösel. Insgesamt konnten 748 Kameraden aus 49 Feuerwehren ihr Leistungsabzeichen in Empfang nehmen. KBM Rösel dankte allen Schiedsrichtern für die gute Zusammenarbeit.

Bericht über die Jugendarbeit

Kreisbrandmeister Volkmar Lachmann verlas in Vertretung für Kreisjugendwart KBM Gerhard Barth dessen Bericht über die Jugendarbeit im vergangenen Jahr. Der Mitgliederstand betrug 815 Feuerwehranwärter in 83 Feuerwehrjugendgruppen, exakt die gleiche Zahl wie im Jahr 2003. 111 Jugendliche konnten in die Aktive Wehr übernommen werden. 79 Jugendliche verließen die Jugendfeuerwehr wieder, eine Zahl, die Sorge bereite, so Barth in seinem Bericht.

An Veranstaltungen waren 2004 das Pfingstzeltlager bei der Feuerwehr Gänserndorf in Niederösterreich zu verzeichnen, 85 Jugendliche nahmen an der Abnahme der Deutschen Jugendleistungsspange in Rasch teil, und 392 Feuerwehranwärter beteiligten sich im letzten Jahr am Wissenstest. Sehr gut wird auch die 2002 eingeführte Jugendflamme der Deutschen Jugendfeuerwehr angenommen.

Höhepunkt im letzten Jahr war das 14. Landkreiszeltlager, das im letzten Jahr Anfang September anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Deutschen Jugendfeuerwehr in Spreeau nahe Berlin stattfand und an dem 100 Teilnehmer aus dem Landkreis Nürnberger Land und aus Gänserndorf teilnahmen. Auf dem Programm stand dabei auch ein Empfang des Bundeskanzlers, der sich über die Jugendarbeit in den Feuerwehren informierte.

Bericht des Kreisfernmeldemeisters

Kreisfernmeldemeister KBI Erwin Schneider begann seinen Bericht mit etwas Erfreulichen: Bei der im Frühjahr durchgeführten Sprechfunkausbildung bestanden von 168 Teilnehmern 165 die Sprechfunkprüfung, davon 30 Teilnehmer ohne Fehler. Es war die 2. Ausbildung im Landkreis Nürnberger Land, die nach dem neuen Ausbildungsordner für Sprechfunker durchgeführt wurde. Schneider dankte allen Ausbildern für die gute Sprechfunkausbildung sowie allen Prüfern und dem Sachgebiet 33 des Landratsamtes, namentlich Herrn Hertlein und Frau Müller, für die Durchführung der Sprechfunkprüfung. Bei genügend Bedarf könne auch 2006 eine Sprechfunkprüfung angeboten werden. Hier rief KBI Schneider die anwesenden Kommandanten auf, die Anzahl der Kameraden, die an einer Sprechfunkausbildung interessiert sind, in den nächsten Wochen an ihn zu melden.

Der Kreisfernmeldemeister informierte darüber, dass die bereits angekündigte Funkrufnahmen-Neuregelung bezüglich der zweiten Teilkennziffer im Funkrufnamen nun offiziell umgesetzt sei. Neu ist z.B., dass die zweite Teilkennzahl "10" im Funkrufnahmen nun einen Kommandowagen (KdoW) kennzeichne, der Einsatzleitwagen ELW1 wird nun mit "12" bezeichnet. Zum Stand der Einführung des Digitalfunks bei den BOS informierte Schneider, dass voraussichtlich im Herbst 2005 mit der Ausschreibung begonnen werde. Darüber hinaus deute vieles darauf hin, dass es die Alarmierung nicht im digitalen Sprachnetz integriert werde, sondern in ein separates Alarmierungsnetz ausgelagert werde.

Weiterhin wiederholte der Kreisfernmeldemeister die Voraussetzung für den Betrieb eines tragbaren 4m-Funkgerätes (FuG13) und die damit verbundene Zuteilung des Funkrufnahmes mit der Kennzahl "8/1" für Leiter von Feuerwehren. Diese ist, dass eine Feuerwehr über mindestens zwei Löschzüge verfügen müsse, was derzeit nur die Feuerwehren Altdorf, Feucht, Lauf, Hersbruck und Röthenbach erfüllen. Für alle anderen Feuerwehren ist die Genehmigung eines tragbaren Funkgerätes nicht möglich.

KBI Schneider wies noch darauf hin, dass das ursprünglich für das Jahr 2006 angekündigte Verbot für Akkus mit Nickel-Cadmium (NiCd-Zellen) derzeit ausgesetzt sei, aber dennoch kommen werde. Als Alternative können Akkus mit Zellen aus Nickel-Metallhydrid (NiMH) beschafft werden, jedoch solle die Kapazität nicht höher sein als bei den bisher verwendeten Akkus, da die vorhandenen Ladegeräte Akkus mit höherer Kapazität nicht komplett volladen können.

Verschiedenes

Unter dem Punkt "Verschiedenes" berichtete Regierungsamtsrat Gerhard Hertlein vom Sachgebiet 33 des Landratsamtes Nürnberger Land in einem Vortrag über die "Neukonzeption der Jodversorgung im Nuklearen Katastrophenschutz". War bisher die Einlagerung von Jodidtabletten zum Schutz vor Einlagerungen von radioaktiven Jod in die Schilddrüse in einem Bereich von 25 km um kerntechnische Anlagen herum vorgesehen, so ist dies nach einer neuen Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation WHO auch für den Fernbereich im Umkreis von 100 km um kerntechnische Anlagen herum vorzusehen. Da der Landkreis Nürnberger Land zum Teil in einer solchen 100-km-Zone liegt, informierte Hertlein die Kommandanten über die Logistik, die in einem solchen Notfall anlaufen würde. Spätestens 10 Stunden nach Entscheidung über den Beginn der Maßnahmen müsse die Versorgung der Bevölkerung mit Jodidtabletten gewährleistet sein. Dazu müssen die Tabletten von einem Zentrallager an die örtlichen Feuerwehren ausgeliefert sein, die dann die Ausgabe der Tabletten in oder vor Apotheken vornimmt.

Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes

Klaus Keim, Kassenwart des
KFV Nürnberger Land

Im Anschluss an die Kommandantenversammlung fand die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Nürnberger Land statt. Kassenwart Klaus Keim trug den Kassenbericht vor, der ohne Einwände angenommen wurde. Der Vorsitzende Bernd Pawelke gab anschließend den Mitgliederstand bekannt, es gehören derzeit 3328 Mitglieder aus 26 Kommunen den Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land an.

Pawelke berichtete, dass im vergangenen Jahr 2 neue Banner "Retten - Löschen - Bergen - Schützen" aus Verbandsmitteln beschafft wurden, die bei der Feuerwehr Lauf lagern und dort bei Bedarf angefordert werden können. Ebenso wurden 2 weitere Beamer beschafft, so dass jetzt in jedem Dienstbezirk ein Beamer vorhanden ist, der von den Mitgliedsfeuerwehren beim jeweiligen Kreisbrandinspektor ausgeliehen werden kann. Pawelke bat die Versammlung noch um die Genehmigung, Ergänzungslieferungen für den Branderziehungskoffer beschaffen zu können.

Des Weiteren informierte der Vorsitzende, dass der Landesfeuerwehrverband Bayern ein Sponsoring mit der Bayerischen Versicherungskammer über finanzielle Zuschüsse zu Gründungsfesten für die Mitgliedsfeuerwehren vereinbart hat. Demnach werden 100jährige Gründungsfeste mit 150 Euro, 125jährige Gründungsfeste mit 250 Euro und 150jährige Gründungsfeste mit 400 Euro bezuschusst. Der Zuschuss ist formlos direkt bei der Versicherungskammer Bayern zu beantragen.

Anschrift:

Versicherungskammer Bayern
Riskmanagement
Herrn Helmut Steck
Postfach
80530 München

Der formlose Antrag auf finanzielle Unterstützung muss folgende Punkte enthalten:

1. Jahreszahl des Gründungsfestes
2. Termin des Jubiläums
3. Bankverbindung
4. Name des zuständigen KBR/ SBR mit Landkreis

Der Antrag muss vor dem Gründungsfest gestellt werden.

Nachdem alle Punkte der Tagesordnung abgehandelt waren und keine Wortmeldungen mehr vorlagen, schloss Kreisbrandrat Bernd Pawelke die Versammlung und dankte allen Anwesenden für ihr Erscheinen. Sein besonderer Dank galt der Stadt Röthenbach, die wie jedes Jahr die Halle zur Verfügung gestellt hatte, sowie der Feuerwehr Röthenbach für die Bestuhlung.

Downloads:

Bericht des Kreisjugendwartes Gerhard Barth 2004 (81 kB)
Neue Zuwendungsrichtline Stand Dezember 2004 (108 kB)
Funkrufnamen-Neuregelung - Änderung der zweiten Teilkennziffer (53 kB)

 

Bericht und Fotos: KFV Online

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