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Feuerwehr Lauf baute Flashover-Box
09.06.2004

LAUF (DB2) - Als neues Gerät für die Ausbildung in der Feuerwehr Lauf wurde vor kurzem eine Flashover-Box in Dienst gestellt.

Die realitätsnahe Ausbildung von Feuerwehrdienstleistenden in der Brandbekämpfung ist für die Sicherheit der eingesetzten Kräfte von großer Bedeutung. Das Training in Atemschutzübungsanlagen und Brandhäusern hat hier erhebliche Verbesserungen im Vergleich zu früher gebracht.

 
     
   

Um die Durchzündung des heißen Brandrauches besser veranschaulichen zu können, wurde von Kameraden der Feuerwehr Lauf diese Flashover-Box gebaut an der das Verhalten von heißen Verbrennungsgasen, Rauchentwicklung und Rauchdurchzündung anschaulich und ohne großen Aufwand demonstriert werden kann.

„Brandverlauf“

Für eine detailreichere Ansicht das jeweilige Bild anklicken
Phase 1 Weißer Rauch quillt aus der Box, in der Ecke der Box sind Flammen zu sehen. Die Verschiedenen Druckzonen stellen sich im Inneren der Box ein.
Phase 2 Die Flammen werden größer und erreichen die Decke der Box. Die Rauchmenge wird geringer. Die Temperatur in der Box steigt an. Die Druckzonen sind noch deutlich zu erkennen.
Phase 3 Die Flammen beginnen an der Decke zu „tanzen“. Es bilden sich Flammenzungen im Brandrauch. Die Überdruckzone hat sich noch weiter nach unten Verschoben. Der Unterdruck wird größer, und immer mehr Umgebungsluft wird in die Box eingezogen. Dies ist an der Unterkante der Box zu erkennen.
Phase 4 An der Decke befinden sich Flammenzungen. Die Temperatur im Brandrauch ist rapide angestiegen.
Phase 5 Der gesamte Innenraum der Box ist stark aufgeheizt bei einer Temperatur von etwa 1000°C. (Ein Flashover steht bevor.)
Phase 6

Die Öffnung zum Innenraum der Box wird zur Demonstration nun nahezu luftdicht mit einem Deckel verschlossen.
- der Brand im Innenraum der Box erlischt.
- Es entsteht ein warmer Überdruck in der Box.
- Rauch quillt aus der Box am oberen Bereich.
- Der Eingangsbereich kann nur schwer dicht gehalten werden.

Phase 7 Der „Eingang der Box wird wieder geöffnet. Dichter, quirlender, gelblicher Rauch dringt aus der Öffnung der Box.
Nach ungefähr einer Minute entzündet sich der Brandrauch schlagartig. Im Idealfall schlägt eine zwei Meter lange Stichflamme aus der Box.

 

 
     
   

Fazit: Für die in einem Brand vorgehenden Feuerwehrangehörigen sind nicht die Flammen, sondern der extrem heiße Brandrauch gefährlich, der sich unter Zugabe von sauerstoff plötzlich entzündet.

Für alle Beobachter ist es beeindruckend zu erkennen, dass der Rauch das Gefährliche ist.
Ab diesem Zeitpunkt stellt sich nicht mehr die Frage: „War dies nun eine Stichflamme oder ein Flashover?“ Eine sichere antrainierte Vorgehensweise muß künftig die Gegenmaßnahme sein. Dieser Vorgang lässt sich während einer Vorführung öfter wiederholen.

Auf die Idee eine solche Box bei der Feuerwehr Lauf einzuführen kamen zwei Kameraden die über fachliche Quellen nähere Informationen zu einer solchen Flashover-Box einholten. Nach nur einer Woche Bauzeit, ging die Box mit einem ersten Probelauf im Mai in Betrieb.

Bericht: Feuerwehr Lauf
Fotos:
Feuerwehr Lauf / KFV-Online

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