Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Festkommers zum 125jährigen Jubiläum der Feuerwehr Lindelburg 25.05.2004

LINDELBURG — Manchmal habe sie den Eindruck, bei den kleineren Wehren funktioniere der Zusammenhalt besonders gut, erklärte Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler in ihrem Grußwort zum 125-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Lindelburg. Wer am Festakt zu diesem Jubiläum teilnahm, konnte ihr in diesem Punkt nur zustimmen.

Der Kommers zum 125-jährigen Feuerwehrjubiläum, dem noch ein Festwochenende mit großem Programm Ende Juni folgen wird, war bestens organisiert und ließ einen vorbildlichen Teamgeist erkennen. Dies hoben in ihren Grußworten auch die Ehrengäste hervor, zu denen unter anderem der stellvertretende Landrat Norbert Dünkel, Landtagsmitglied Kurt Eckstein, Bürgermeister und Schirmherr Norbert Reh, Altbürgermeister Albrecht Frister und Repräsentanten der benachbarten Freiwilligen Feuerwehren gehörten. Vertreter der Feuerwehrführung waren Kreisbrandrat und stellvertretender Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Bernd Pawelke, Kreisbrandinspektor Peter Schlerf, Kreisbrandinspektor Erwin Schneider und Kreisbrandmeister Thomas Pöllot.

In seiner Festansprache betonte der erste Vorsitzende Manfred Seitz vor allem die Bedeutung der Gemeinschaft in einer Vereinigung wie der Freiwilligen Feuerwehr „Was wäre ein Kommandant ohne seine Kameraden, was wäre ein erster Vorsitzender ohne seine Kameraden?“, fragte er. Die wirklichen Stars der heutigen Zeit seien nicht TV-Stars und -Sternchen, sondern diejenigen, die sich dauerhaft für ihre Mitmenschen engagierten, auch wenn dies in der Öffentlichkeit schnell für selbstverständlich gehalten werde. Manchmal sei es daher schwierig, die Mannschaft immer wieder zu motivieren. Doch auch wenn man vor 50 Jahren geglaubt habe, die Arbeit würde im Jahr 2004 von Robotern erledigt, seien auch heute noch, ganz besonder bei der FFW, die Menschen gefragt, und deshalb sei es wichtig, dass das Team zusammenhalte.

Bürgermeister Reh dankte den Feuerwehrlern für ihre „uneigennützige Bereitschaft, immer dann, wenn es darauf ankommt, die in Schwierigkeit Geratenen zu unterstützen“. Zwar stelle jeder Verein auf seine Weise eine Bereicherung des Gemeinwesens dar, doch die Feuewehr sei gänzlich unverzichtbar. Er wies darauf hin, dass die Gemeinde Schwarzenbruck durch den Einbau neuer Sektionaltore und anderer Renovierungsarbeiten vor kurzem über 20.000 Euro investierte und damit die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Unterbringung der Gerätschaften gesichert habe. Für die Zukunft wünschte er der Feuerwehr unter anderem, dass sie auch auf die jungen Menschen große Anziehungskraft ausüben möge.

1979 erstes Fahrzeug

Der erste Kommandant der Lindelburger Wehr, Bernd Haslinger, gab einen übersichtlichen Einblick in die Historie der 125-jährigen Feuerwehr. Dabei erfuhren die Gäste, dass die FF Lindelburg erstmalig am 3. August 1879 urkundlich erwähnt wurde. Ferner wies er darauf hin, dass nach einer Spende des Jagdpächters Stefan Ruff, der auch beim Festakt anwesend war, 1962 eine moderne Tragkraftspritze TS 8 angeschafft wurde. 1963 schließlich wurde der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Lindelburg gegründet. 1979 habe die Feuerwehr ihr erstes Feuerwehrfahrzeug erhalten, das auch heute noch das Einsatzfahrzeug sei. Zum gesellschaftlichen Leben des Feuerwehrvereins gehöre seit 1995 das beliebte Schlachtfest, berichtete Haslinger. 1997 wurde die Jugendgruppe gegründet, deren Jugendwart seitdem Markus Holzammer ist. Er selbst ist seit 1995 im Amt, Vorsitzender Manfred Seitz seit 2000. In seinem Überblick vergaß Haslinger nicht darauf hinzuweisen, dass der Feuerwehrdienst in erster Linie aus Übungen und Schulungen wie Leistungsprüfungen, Weiterbildungen und Wettbewerben besteht, da die Kameraden und Kameradinnen ja jederzeit auf den Ernstfall vorbereitet sein müssten.

Bevor stellvertretender Landrat Norbert Dünkel die staatlichen Ehrenzeichen an langjährige Verdiente FW-Mitglieder verlieh, gratulierte auch er zum großen Geburtstag und erinnerte an die Zeit vor 126 Jahren, als es eben noch keine Feuerwehr gab und sich die Menschen unorganisiert helfen mussten. Damals sei noch die Abwehr von Bränden im Mittelpunkt des Dienstes gestanden, während dieser Tage eher die technische Hilfeleistung im Vordergrund stünde. Dennoch seien die Mitglieder Tag und Nacht bereit, auszurücken und zu helfen und dafür gebühre ihnen besonderer Dank.

Bei der Übergabe der staatlichen Ehrenzeichen nannte Dünkel die Ausgezeichneten Vorbilder, die eine besondere Verantwortung trügen. Die Ehrenzeichen vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren erhielten: FF Schwarzenbruck — Ulrich Timm (25 Jahre), FF Altenthann — Günter Blos, Reinhard Distler, Andreas Kahl, Werner Koch (25 Jahre), FF Lindelburg — Gerhard Heyder (40 Jahre) FF Pfeifferhütte — Leonhard Haas, Thomas Haas (25 Jahre). Für sein langjähriges Wirken erhielt der Lindelburger Gerhard Heyder zudem die goldene Ehrennadel.

Kreisbrandrat Pawelke betonte, dass bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht die Organisation im Vordergrund stehe, sondern die Persönlichkeiten, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und für den Nächsten, der in Not geraten ist, sogar Gesundheit und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Dafür gelte es zu danken. Auch er wünschte den Freiwilligen gute Rahmenbedingungen und ein erfolgreiches Wirken in der Zukunft.

 

 

Marlene Mortler blickte zurück ins Gründungsjahr 1879, in dem auch Albert Einstein geboren wurde. Wie er habe auch die Feuerwehr einen Quantensprung geschafft, indem sie sich durch ihr herausragendes Engagement zum Partner der Bürger in guten und in schlechten Tagen gemacht habe.

Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler und Landtagsabgeordneter Kurt Eckstein
bei ihren Grußreden.

Landtagsabgeordneter Kurt Ecktein erinnerte sich an seine eigene Zeit als aktiver Feuerwehrmann, die er zum Teil auch in Lindelburg verlebte. Er wisse, dass der Kreisbrandrat mit München derzeit nicht recht zufrieden sei wegen der vorgenommenen finanziellen Kürzungen, so der MdL. Dennoch werde man alles tun, um die Freiwilligen Wehren zu unterstützen, auch in Zukunft würden die notwendigsten Dinge bezuschusst werden, versicherte Eckstein.

Bei den vereinsinternen Ehrungen gab es für die Gründungmitglieder von 1963, die im vergangenen Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiern konnten, Ehrenteller mit Gravur.

Vorsitzender Seitz und Kommandant Haslinger zusammen mit den Gründungsmitgliedern des Feuerwehrvereins Georg Schmidt, Georg Hiemeyer, Herbert Ruff, Josef Czerwek, Georg Eckstein und Werner Beranek. Nicht anwesend sein konnten Friedrich Wolf, Christian Meier, Johann Holzammer, Geord Hornung.

Hans Göhring, vom Patenverein Unterferrieden, gratulierte der Nachbarwehr zum Jubiläum und erinnerte auf humorvolle Weise an das Patenbitten vor vier Jahren und die damit verbundenen kleinen Pannen. Er bot den Lindelburgern die Hilfe der Unterferriedener bei der Ausrichtung des Festwochenendes an, wünschte weiter viel Erfolg und überreichte einen Erinnerungskrug. Ein weiteres Geburtstagsgeschenk gab es von den Schwarzenbrucker Kollegen Lothar Miederer und Roy von Bychelberg, die ein Beil überreichten, das sowohl in der Praxis eingesetzt werden könne als auch Symbolcharakter besitze.

Der 1. Vorsitzende der Patenfeuerwehr Unterferrieden, Hans Göhring, überreichte als Geschenk einen Krug mit einem Motiv beider Ortsteile, der die Verbundenheit der beiden Feuerwehren ausdrückt.
Als gemeinsames Geschenk aller Schwarzenbrucker Gemeindefeuerwehren überreichte der Federführende Kommandant Miederer und der 1. Vorsitzende der Feuerwehr Schwarzenbruck, Roy v. Bychelberg, ein verziertes Feuerwehrbeil.

Michael Groß, der Diakon der Kirchengemeinde Oberferrieden und Feuerwehrseelsorger, nannte zum ersten Mal den berühmten „Werbespruch“ der Feuerwehrleute „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Er wisse aus Erfahrung, dass man manchmal nach einem dramatischen Einsatz bei aller Technik nicht mehr weiter wisse. Dann könne der Glaube helfen, meinte er, und freute sich darüber, dass auch die Lindelburger Feuerwehrleute für ihr Festwochenende einen Gottesdienst vorgesehen hätten. Werner Graßer vom Vorstand der Raiba Oberferrieden-Burgthann erinnerte daran, dass der Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen“ auch heute noch Gültigkeit besitze und sagte die Unterstützung des Geldinstituts für Engpässe zu. Für den Ortsverein und die Gemeinderatsfraktion der SPD gratulierten Werner Ecker, für die Kollegen der CSU, Matthias Druy. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Männergesangverein Lindelburg unter der Leitung von Erhard Fischer.

Der Vorsitzende des Männergesangvereins Lindelburg, Hans-Peter Walter, überreichte als Geschenk ein großformatiges Bild der aktiven Mannschaft im Jubiläumsjahr.

 

Bericht: "Der Bote" vom 16.05.2004 (Gisa Spandler)
Fotos:
Ulli Timm (Feuerwehr Schwarzenbruck)

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