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First Responder in Rückersdorf 20.04.2004

RÜCKERSDORF (DB2) - In Kürze weitet die Freiwillige Feuerwehr Rückersdorf ihren Dienst am Mitbürger aus. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für den Start als First Responder im Rettungsdienst. Die Firma Emuge-Franken spendet 1.000,-- Euro für notwendige Anschaffungen.

First Responder (engl. erste Antwort) ist ein System zur Ergänzung des Rettungsdienstes, um bei einem medizinischen Notfall noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes schnelle und qualifizierte Erste Hilfe zu leisten. Unsicherheit und fehlende Erste-Hilfe-Kenntnisse in der Bevölkerung verhindern vielfach die wichtige und schnelle Erstversorgung bei einem Notfall. In vielen Notfällen ist der Faktor "Zeit" allerdings entscheidend für das Überleben des Patienten. Bei Unfällen oder Erkrankungen, wie z.B. dem Herzinfarkt, kann eine schnelle und qualifizierte Erste-Hilfe überlebenswichtig werden. Wird das menschliche Gehirn unzureichend mit Sauerstoff versorgt, tritt bereits nach 4-5 Minuten eine bleibende Schädigung ein, nach 10 Minuten ist i.d.R. kein Überleben mehr möglich.

Obwohl Rückersdorf durch den Rettungsdienst gut versorgt ist, kann es auch hier zwangsläufig zu Engpässen kommen. Durch zeitgleiche Einsätze können längere Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes möglich werden. Hier stellt sich die Freiwillige Feuerwehr Rückersdorf mit ihren z.Zt. 13 Sanitätern zur Verfügung. Bei entsprechenden Situationen hat der Disponent in der Rettungsleitstelle rund um die Uhr die Möglichkeit, die Feuerwehrsanitäter unmittelbar zu alarmieren. Maximal drei Einsatzkräfte rücken dann mit einem Fahrzeug und umfangreicher Sanitätsausrüstung zum Notfallort aus. Dies stellt keine Konkurrenz zum regulären Rettungsdienst dar, da Rettungswagen und evtl. Notarzt weiterhin unverändert die Einsatzstelle anfahren.

Kernstück der Ausrüstung ist ein automatischer Defibrillator, der z.B. bei einem Patienten mit Herzkammerflimmern eingesetzt werden kann. Alle Sanitäter haben die Berechtigung zum Einsatz dieses Elektroschock-Gerätes durch eine Zusatzausbildung, die jährlich erneuert werden muss, erworben. Weiter gehören u.a. Beatmungsbeutel, Sauerstoff, Blutdruckmessgerät, Absaugpumpe, Pulsoxymeter, Stiffneck, Verbands- und Schienungsmaterial und für erweiterte ärztliche Maßnahmen Infusions- und Intubationsmaterial zur Notfallausrüstung.

Gemeinsam mit der Gemeinde Rückersdorf, die mit Bürgermeister Werner Pleyer und dem Gemeinderat diese Initiative von Anfang an mitgetragen und unterstützt hat, freut man sich auch über das positive Echo in der Rückersdorfer Bevölkerung und in der Geschäftswelt. Ganz deutlich machte dies Helmut Glimpel von der Firma Emuge-Franken, indem er der Feuerwehr für notwendige Anschaffungen 1.000,-- Euro spendete.

Bericht und Fotos: Feuerwehr Rückersdorf

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